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Museum als Zentrum expressiver Malerei

10.10.2008 | 17:09 Uhr
Museum als Zentrum expressiver Malerei

„Die moderne Großstadt definiert sich immer stärker über die Kultur”, ist sich Dr. Alexander Klar sicher und freut sich deshalb über die Herausforderung, das Emil-Schumacher-Museum in Hagen mit aufbauen zu dürfen.

Der Blick auf die Pfützen in dem noch dachlosen Neubau schreckt ihn nicht, hat Dr. Klar schon ähnliche Verzögerungen bei anderen Museumsbauten erlebt. Allerdings müsse darauf geachtet werden, dass sich der Eröffnungstermin nicht über den Sommer 2009 hinaus verschiebe: „Denn die Eröffnung des Emil-Schumacher-Museums und die Wiedereröffnung des erweiterten Karl-Ernst-Osthaus-Museums sehe ich als vorbereitendes Element für die Hauptstadt Europas 2010. Sie muss sich einfügen in das Eröffnungsfestival, zu dem auch der Neubau des Folkwangmuseums in Essen und der Umbau des U-Turms in Dortmund gehören. Dieser Dreiklang sichert uns Internationalität.”

Dr. Alexander Klar wurde von der Schumacher-Stiftung als wissenschaftlicher Leiter des Museums berufen. Er hat damit die „operative” Leitung übernommen, die er in Absprache mit dem Stiftungsvorsitzenden Dr. Ulrich Schumacher durchführt. Dazu gehört auch die Entwicklung des Konzepts, das Dr. Klar auf die kurze Formel bringt: „Aufgabe des Museums ist es, das Werk Emil Schumachers zu erforschen, zu präsentieren, zu erklären und für spätere Generationen zu bewahren.”

Dazu gehört für den Kunsthistoriker: „Das Museum wird einem breiten Publikum Ziele, Methoden und Ästhetik dieses wichtigsten Vertreters expressiver Malerei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorstellen und sein Werk national und international verbreiten. Es möchte seinen Besuchern die Schönheit, Poesie und Sinnlichkeit des Werkes Emil Schumachers vermitteln und damit einen Beitrag zum Verständnis einer Kunst leisten, die nicht abbildet, sondern selbst Bild ist.”

Rundgang durch Leben des Künstlers 

Der Hagener Künstler und sein Werk sollen in Zusammenhang mit den internationalen Entwicklungen der Kunst dargestellt werden. Keinen Zweifel lässt Dr. Klar daran, dass er ein Museumskonzept anstrebt, das eng mit den Aktivitäten des Osthaus Museums abgestimmt ist. Das gelte auch für die Museumspädagogik.

Obwohl real noch Rohbau, hat das Museum auf dem Tisch von Dr. Klar bereits deutliche Formen angenommen mit Trennwänden, Ausstellflächen und thematischen Zuordnungen. Der Fundus, dessen Grundstock die Schumacher-Stiftung mit 88 Ölgemälden, 200 Gouachen, der kompletten Grafik, 25 Keramiken, 50 Bildern auf Porzellan und zehn Malereien auf Schiefer zur Verfügung stellt, und zu dem weitere 100 Werke aus dem Besitz der Stadt gehören, bietet umfassende Möglichkeiten für wechselnde Ausstellungen.

Geplant ist im Schumacher-Museum ein Rundgang, der im Erdgeschoss mit dem Atelier des Malers beginnt. In der 1. Etage wird chronologisch die künstlerische Entwicklung Schumachers dargestellt. Bilder seiner Reisen und Gouachen, Grafiken, Künstlerbücher, Keramiken und Porzellanarbeiten belegen die Vielfalt seiner Techniken.

Info
ZUR PERSON

Venedig und London

  • Dr. Alexander Klar wurde am 20. Juli 1968 in Waiblingen geboren und wuchs in Athen auf. Er studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie in Erlangen.
  • Seine Museumslaufbahn begann am Guggenheim-Museum in New York als Ausstellungs-Assistent.
  • Es folgten Stationen am Guggenheim-Museum in Venedig, an der Kunsthalle Emden und als Ausstellungskurator am Victoria and Albert Museum in London.

Den Höhepunkt bildet dann das Obergeschoss unter dem Glasdach, in dem die Besucher mit den Ölbildern konfrontiert werden - ein unvergessliches Ereignis mit Farbe und Harmonie, erfüllt von Schönheit und Sinnlichkeit. Aber nicht nur die Ausstellungstätigkeit in Hagen begeistert Dr. Klar. Er sieht es als Herausforderung, „Emil Schumacher international zu positionieren”. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Museen rund um den Erdball. Viele der wichtigsten Häuser sind im Besitz von Schumacher-Werken. Von Hagen aus soll anläßlich des 100. Geburtstages des Künstlers 2012 eine internationale Wanderausstellung starten.

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit ist die wissenschaftliche Erforschung des Werkes. So soll in den nächsten Jahren ein umfassendes Werksverzeichnis erstellt werden. Es gilt, die Restaurierungstechnik speziell für die Schumacher-Arbeiten zu entwickeln.

Das Ziel, das Dr. Klar anstrebt: „Das Museum soll zum Zentrum der Erforschung expressiver Malerei nach 1945 werden. Es soll Emil Schumacher im internationalen Kunstgeschehen als den führenden Künstler des abstrakten Expressionismus platzieren.”

Jörg Tuschhoff

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Kommentare
10.10.2008
19:52
Museum als Zentrum expressiver Malerei
von Rengeiz | #1

Jetzt sollte der Projektleiterin nur noch ein erfahrener Bauleiter aus Hagener Architektenkreisen als Mentor an die Seite gestellt werden, damit der Bauzeitenplan halbwegs eingehalten werden kann, allerdings sollte die Dame dann auch weniger Gehalt bekommen!

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