Mozart-Konzertchor zeigt Leichtigkeit der Trauer
16.11.2008 | 17:04 Uhr 2008-11-16T17:04:00+0100
Eine würdige und angemessene Einstimmung in den Volkstrauertag bekamen Scharen von Hagener Konzertfreunden am Samstag in der überfüllten St.-Josefs-Kirche in geboten.
Mit vereinten Kräften stemmten die Mitglieder des Hagener Mozart-Konzert- und des Motettenchores aus dem norddeutschen Friesoythe sowie das staatliche Sinfonieorchester aus Kaliningrad eines der bedeutendsten und monumentalsten geistlichen Werke der Romantik: das Deutsche Requiem op. 45 von Johannes Brahms.
Zwischen Trauer, Resignation und Hoffnung auf jenseitige Erlösung wechselten Klangfarben, Stimmungen und Ausdrucksmittel. Nach den sanften, schwerelosen Klängen des Eingangschore „Selig sind, die da Leid tragen” mit einem ausgewogenen, runden, homogenen Chorklang und kammermusikalisch filigran aufspielenden Orchester, kündeten die massiven Paukenschläge und Blechbläserakkorde des zweiten Satzes von der Vergänglichkeit des Menschen.
Gar nicht basslastig, bleiern und erdenschwer sondern mit hellen, leichten Timbre sang Bariton Henryk Böhm die Solopartie des dritten Satzes, während Sieglinde Grote das Sopransolo im fünften Abschnitt mit lupenreiner Intonation und schwebender Leichtigkeit darbot.
Mit souveränem Dirigat koordinierte Albert Boehres auch knifflig verschachtelte Chorsätze mit den vielschichtigen, differenzierten Instrumentalstimmen des Orchesters zu einem machtvollen Klangkörper. Die begeisterten Zuhörer bedankten sich mit Ovationen für eine bewegende Aufführung.
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