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Mord am Hellweg sorgt für eiskalten Schauer im Kunstquartier

05.11.2012 | 07:00 Uhr
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Mord am Hellweg sorgt für eiskalten Schauer im Kunstquartier
"Mord am Hellweg" im Hagener Kunstquartier. Lesung von Bernhard Jaumann im Karl Ernst Osthaus Museum.Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Wenn Kunst auf Krimis trifft, dann ist Europas größtest Krimifestival "Mord am Hellweg" zu Gast im Hagener Kunstquartier. Am Freitag tauchten 250 Gäste unter dem Motto "Hellweg meets world" in eine Welt voller blutiger, fiktiver Morde ein.

Blutverschmierte Messer, einsame Wälder und nebelige Nächte. Dazu noch ein paar unheimliche Geräusche und es kann einem schon mal ein eiskalter Schauer den Rücken herunter laufen. Was zuerst vielleicht etwas abschreckend wirkt, begeistert Millionen von Leseratten und ist der Stoff, aus dem gute Krimis gemacht sind.

Am Freitagabend war das Hagener Kunstquartier der Tatort für Europas größtes internationales Krimifestival „Mord am Hellweg“. Unter dem Motto „Hellweg meets world“ tauchten die rund 250 Gäste in eine Welt voller blutiger, fiktiver Morde ein. Das Krimifest findet dieses Jahr zum sechsten Mal statt und in dieser Form alle zwei Jahre.

120 Veranstaltungen in acht Wochen

Internationale Autoren hatten acht Wochen lang bei rund 120 Veranstaltungen die Gelegenheit ihre neuen Werke an verschiedenen Orten entlang des Hellwegs, der alten Heer- und Handelsstraße, die sich von Duisburg über Essen, Dortmund und Unna nach Paderborn erstreckt, vorzustellen. Organisiert wird die Veranstaltung vom Westfälischen Literaturbüro in Unna in Kooperation mit den Kulturbetrieben in Unna.

„Zuerst gibt es bei uns jede Menge Lesearbeit, um die Autoren auszuwählen. Anschließend suchen wir dann passende Orte aus und setzen uns mit den lokalen Kulturbüros in Kontakt, um dort passende Räumlichkeiten zu organisieren“, erklärte Sigrun Krauß von der Festivalleitung.

Blutrünstige Geschichten im Hagener Kunstquartier

In Hagen ist die Wahl auf das Kunstquartier gefallen. „Hier trifft internationale Kunst auf internationale Krimis“, sagt Sigrun Polit vom Hagener Kulturbüro. Zu Gast in den künstlerischen Hallen waren am Freitag der Schotte Martin Walker, der Bayer Bernhard Jaumann, die Dänin Susanne Staun und der Südafrikaner Deon Meyer und boten Einblicke in ihre aktuellen Krimis und deren Hintergründe. „Die Charaktere verändern sich während des Schreibens so, dass sich auch der Grundgedanke der Geschichte ändert. Oft trägt es einen dann zu einem ganz anderen Ende, als vorher eingeplant war“, erklärte der afrikanische Autor Deon Meyer, der Auszüge aus seinem neuen Buch „Sieben Tage“ in Afrikaans, der Original-Sprache seines Werkes vorlas. Gespannt lauschte die Menge den blutrünstigen Geschichten der Autoren im großen Saal des Karl-Ernst Osthaus Museums.

Auf einem Büchertisch gab es in den Pausen die Möglichkeit die Werke zu erstehen und direkt signieren zu lassen. „Ich habe eben Martin Walker lesen gehört und war so fasziniert, dass ich mir direkt sein neues Buch gekauft habe“, verriet Susanne Knipping, die ein begeisterter Krimifan ist. Passend zum Festival ist eine Anthologie unter dem Namen „Kalendarium des Todes“ erschienen, die Kurzgeschichten über die Städte der Austragungsorte entlang des Hellwegs enthält. Neben namhaften Krimiautoren haben sich auch Journalisten, Schauspieler und Sänger an deren Zusammenstellung beteiligt.

So schrieb der berühmte Star-Tenor René Kollo eine Kurzgeschichte über einen Mord in Hagen, wofür er einige Tage im letzten Dezember intensiv in der Volmestadt recherchierte. Das Krimifest, was mittlerweile eine der größten Literaturveranstaltungen der Welt geworden ist endet am 10. November um 19.30 Uhr in der Stadthalle in Unna mit der Preisverleihung des sogenannten „Ripper Awards“. Nominiert sind in diesem Jahr die Autoren: Veit Heinichen aus Deutschland, Petros Markaris aus Griechenland und Fred Vargas aus Frankreich. Abgestimmt werden kann noch bis zum 7. November unter anderem auf der Homepage: www.mordamhellweg.de.

Julian Leimann

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