Moderne Miss Marple als Ermittlerin

Brigit Ebbert präsentiert ihren neuen Roman „Falsches Zeugnis".
Brigit Ebbert präsentiert ihren neuen Roman „Falsches Zeugnis".
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Die Wahl-Hagenerin Birgit Ebbert hat einen neuen Kriminalroman geschrieben. Der Titel des Buches lautet „Falsches Zeugnis“.

Hagen.. „Mein Beruf? Ich bin Autorin. Profi-Autorin“, betont Birgit Ebbert. Worauf die patente Frau anspielt, wird schnell klar: Auf die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Hobby-Autoren, die ihr eigenes Buch zum kleinen Preis selbst verlegen, Stichwort „Books on Demand“. Natürlich habe sie nichts dagegen. Wie solle sie auch. Schließlich sei sie selbst auch als Bloggerin aktiv. „Andererseits bin ich zu 80 Prozent als hauptberufliche Autorin im Einsatz.“ Die Wahl-Hagenerin, wie sich Birgit Ebbert selbst bezeichnet, erklärt, dass sie im Vorfeld sorgfältig recherchiere, die Handlung konzipiere und ein Lektorat über den Text gehe.

Und schon zaubert die 52-Jährige ihren neuen Wurf – den Kriminalroman „Falsches Zeugnis“ – hervor. Das Taschenbuch folgt auf „Brandbücher“, das Birgit Ebbert 2012/13 verfasst hat und ebenfalls von der Privatermittlerin Karina Bessling handelt.

Handlung führt in NS-Zeit undzu Anne-Frank-Tagebüchern

Diesmal spielt die Geschichte (wie sonst bei Ebbert häufig) nicht in Hagen, sondern Protagonistin Karina Bessling ermittelt wie auch schon im ersten Roman im Mün­sterland. Im Laufe der Handlung geht es dann nach Holland. Alles dreht sich um die NS-Zeit und die Frage, ob es noch weitere Anne-Frank-Tagebücher gibt.

Die NS-Zeit sei seit vielen Jahren eines ihrer Schwerpunktthemen, da die damalige Zeit noch immer massive Auswirkungen auf heute habe. „Ich habe ja auch über Erich Kästner meine Doktorarbeit geschrieben. Kästner ist ein tragisches Besipiel dafür, was die 1930/40er Jahre mit manchen Menschen gemacht haben. Damals hatte der ,regimekritische’ Kästner seinen absoluten Karrierebruch, viele seiner Texte fielen der Bücherverbrennung zum Opfer.“ Der berühmte Schriftsteller hat sich bekanntermaßen davon nie wieder erholt.

Aber zurück zu Karina Bessling: „Sie ist eine Art moderne Miss Marple. Ich beschreibe lieber den spannenden Job einer Privatermittlerin, als den Berufsalltag eines Polizeiermittlers“, verdeutlicht Ebbert. Bei ihren Lesern bzw. Zuhörern kam die Romanpräsentation jedenfalls gut an. Knapp 50 Besucher kamen am 4. Februar zur Buchpremiere ins Theater an der Volme.

Im Krimi-Genre fühlt sichdie Autorin zu Hause

Birgit Ebbert fühlt sich im Krimi-Genre wohl. Und sie geht ungewöhnliche Wege. So hat die Autorin das Buch „Mord an der Volme“ nicht allein geschrieben, sondern gemeinsam mit einer Facebook-Gruppe. An die 40 Mit-Hobby-­Autoren waren beteiligt – und die Geschichte ist tatsächlich als Taschenbuch erschienen. „Und es wurde in einem Artikel des ,Syndikats’ – das ist der Verband der Krimischriftsteller – lobend erwähnt“, freut sich Ebbert.

Pläne für die Zukunft hat die 52-Jährige auch. Sehr konkrete Pläne sogar. So wird sie im Oktober/ November ihren nächsten „Hagen-Krimi“, der wieder jede Menge Lokalkolorit enthält, präsentieren. Einen Titel hat der Roman, der schon in Arbeit ist, auch schon: „Schneewalzer“. Die Handlung entführt auf den Hagener Weihnachtsmarkt.