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Affäre

Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut

18.08.2012 | 10:00 Uhr
Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut
Die CDU-Kreisgeschäftsstelle an der Hochstraße in Hagen. Hier hatte die Mitarbeiterin Zugriff auf das Parteikonto.Foto: Michael Kleinrensing/WP

Hagen.   Eine Mitarbeiterin der CDU-Kreisgeschäftsstelle ließ über zwei Jahren 42.000 Euro von Parteikonten verschwinden. Die Hagener CDU verzichtete auf eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, um keinen Staub aufzuwirbeln.

Es sollte wohl alles im Verborgenen bleiben, zumindest „möglichst geräuschlos erfolgen“, wie es CDU-Anwalt Dr. Roland M. Bäcker treffend formulierte. Beim CDU-Kreisverband Hagen , in der Ortsunion Eppenhausen und der hiesigen Senioren-Union sind in den Jahren 2008 und 2009 von einer Mitarbeiterin mehr als 42.000 Euro veruntreut worden. Doch die Parteispitze steht bis heute auf dem Standpunkt: Den Staatsanwalt geht das gar nichts an.

Vollmachten für Konten

Die Frau (55), die im Gerichtsviertel wohnt und auch kirchlich engagiert sein soll, genoss unter den Hagener Christdemokraten viel Vertrauen. Sie galt als offen und freundlich. Mehrere Jahre lang – bis Ende Juni 2009 – war sie unter anderem mit der Buchhaltung für den CDU-Kreisverband sowie die Senioren-Organisation betraut. Deshalb verfügte sie über Vollmachten auf Konten der Partei. Und diese nutzte sie ebenso hemmungslos wie kriminell für Privatzwecke aus: Zum Betanken ihres Autos, für Friseurbesuche, aber auch für größere Anschaffungen.

So veruntreute sie von Mitgliedskonten des CDU-Kreisverbands Hagen fast 10.350 Euro, vom Konto der Senioren-Union gut 4600 Euro. Das Konto der CDU-Eppenhausen, deren damalige Schatzmeisterin sie war, wurde um knapp 24.000 Euro geplündert. Ein Betrag, der die betroffene Ortsunion an den Rande des Ruins brachte. Selbst in der Bargeldkasse fehlen 3227,72 Euro.

Auf 32.000 Euro sitzen geblieben

Sämtliche hier genannten Schadenspositionen ergeben sich aus einer Aufstellung von CDU-Jurist Dr. Bäcker, die unserer Redaktion vorliegt. Demzufolge hat die geschasste Buchhalterin, offenbar mit Hilfe ihrer Mutter, die veruntreute Summe noch um gut 10.000 Euro gemindert. Auf den restlichen über 32.000 Euro ist die Partei aber sitzen geblieben.

Bei ihren trickreichen Hin- und Herzahlungen ging die CDU-Buchhalterin mit so großer Raffinesse vor, dass selbst Dr. Rudolf Pesch, Kassenprüfer der Ortsunion Eppenhausen und als ehemaliger Stadtkämmerer ein anerkannter CDU-Finanzfachmann, die Machenschaften verborgen blieben: Mittels einer speziellen Software wurden Kontoauszüge gedruckt, auf denen zwar die Anfangs- und Endbeträge stimmten, die betrügerischen Abhebungen aber nicht zu sehen waren. „Dem unbefangenen Betrachter“, erklärt Anwalt Dr. Bäcker, „fielen die Manipulationen gar nicht auf.“

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Kommentare
21.08.2012
15:07
Verantwortung? Fehlanzeige...
von AlterHasper | #30

Es scheint ja damals nur wichtig gewesen zu sein, Herrn Purps nicht das nächste Pöstchen zu versauen. Es ist mehr als fraglich, ob er der Wunsch-Kreisvorsitzende von Herrn Dehm geworden wäre. Jetzt ist ers und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das haben sie nun davon. Bin gespannt, ob es ein Bauernopfer gibt. "Verantwortung, Neuanfang, blablabla..." Vielleicht gibts ja bei der CDU auch schon Ehrensold ;-)

21.08.2012
14:24
Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut
von zwergschatten | #29

jede partei hat die buchhalter, die sie verdient.

und wenn es dann heisst: "aber es traf doch nur wieder die kleinen, die häuptlinge wussten von nichts/konnten nichts dafür/sind hier nicht zuständig gewesen... dann sage ich:

"genau!"

*sarkasm off*

20.08.2012
14:30
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #28

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.08.2012
13:31
Was verbirgt die Hagener CDU denn noch so?
von degree37celsius | #27

Im online leider nicht verfügbaren Kommentar weist Herr Weiske auf den Umstand hin, dass die seinerzeitige "kreative" Buchhalterin gar nicht von der Hagener CDU für ihre Arbeit bezahlt wurde, sondern in Diensten eines CDU-Europaparlamentsabgeordneten stand. Das wirft in der Tat die Frage auf, ob mit ihrer permanenten und umfassenden lokalen Buchhaltungsarbeit über Jahre für die Hagener CDU somit nicht der Fall einer illegalen Parteienfinanzierung aus Abgeordnetenmitteln gegeben ist?

20.08.2012
11:08
Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut
von AlterHagener | #26

... Es macht keinen Sinn, die Augen zu verschließen: Zunehmend drängt sich der Eindruck auf, dass Herr Dehm seine eigenen politischen Interessen auf dem Rücken von Herrn Purps durchgesetzt haben könnte, indem er Herrn Purps zum Kreisvorsitzenden gemacht hat. Herrn Purps und der CDU Hagen dürfte er damit keinen Gefallen getan haben. Welche Hiobsbotschaften wird es noch geben? Nun stellt sich der Partei die Frage nach unausweichlichen Konsequenzen...

20.08.2012
09:29
Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut
von AlterHagener | #25

Es war nur konsequent, dass Herr Purps nach Bekanntwerden der Veruntreuung von Geldern nicht wieder als Kreisschatzmeister angetreten ist. Herr Dehm wusste um diese Vergangenheit. Trotzdem hat er Herrn Purps zum Kreisvorsitzenden küren lassen. Und er hat dafür sogar in Kauf genommen, dass etablierte Parteifreunde - letztlich sogar Herr Purps selbst (!) - persönlich beschädigt werden. Deshalb fällt die CDU-Affaire nun auch auf Herrn Dehm zurück, der selbst noch Antworten in der Christian-Schmidt-Affaire schuldig ist. Doch das scheint Herrn Dehm nicht zu stören. Gemeinsam mit Herrn Purps bereitet er im Verborgenen schon die Inthronisierung von Kreisvorsitzenden-Gattin Melanie zur Bundestagskandidatin vor. Mühlheim lässt grüßen. Schlimme, arme Hagener CDU.

19.08.2012
15:46
Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut
von fogfog | #24

wie immer in der politik werden nebelkerzen geworfen. und da wundert man sich über politikverdrossenheit??wurden die mitglieder als betroffene gefragt oder war das ein beschluss von oben??.

19.08.2012
15:33
Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut
von Hagenia | #23

Welche Rolle hat der Kreisgeschäftsführer gespielt.
Er musste oder sollte alles einer Kontrolle unterziehen.
Da sind noch viele Ungereimtheiten.

19.08.2012
15:09
Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut
von DarkwingDuck | #22

es handelt sich um ein unterschlagungsdelikt. da sollte die staatsanwaltschaft mal ein auge auf den ehemaligen schatzmeister herrn purps und die anderen beteiligten werfen. hier wird vertuscht und verschleiert. das bild des jetzigen kreisvorsitzenden und kaufmanns! scheint nicht wirklich sauber zu sein! gleiches gilt natürlich ebenso für die anderen genannten! die selbstherrlichkeit der beteiligten ist i.d.t. erschreckend!
was ehepaar purps und die anderen genannten wohl noch so auf dem polit-zettel stehen haben? möglicherweise wird "man" angesichts der bundestagswahl noch von sich reden machen! koste es, was will! als "dehm-intimi" - kann man, möglicherweise, immer auf uneingeschränkten support vom oberbürgermeister vertrauen!

19.08.2012
12:43
Mitarbeiterin des CDU-Kreisverbands Hagen hat 42.000 Euro veruntreut...und die Rolle der Komplizen
von Computernutzer1 | #21

Was der Artikel der WP bzw. die Redakteure nicht deutlich genug hervorheben, ist die mögliche strafrechtliche Relevanz für die genannten Herren Purps u. a. (Ex-Schatzmeister/jetzt Kreisvorsitzender), die sich mit der offenbaren Vertuschung/Verschleierung des Vorfalls letztlich der Komplizenschaft schuldig gemacht haben! Wer wegsieht bzw. nicht anzeigt macht sich faktisch zum Komplizen in einem Unterschlagungsdelikt; in diesem Fall als Komplize der Betrügerin aus den eigenen Reihen. Diese hatte selbstverständlich auch kein Interesse an einer Ermittlung. Außerdem wollte man dem Ex-Kämmerer (Dr. Pesch), und seinem Ruf wohl nicht groß schaden. Diese Selbstherrlichkeit ist erschreckend und abstoßend. Der entsprechende Kommentar in der WP des Redakteurs Martin Weiske trifft den Nagel hierzu auf den Kopf und sollte den Betreffenden jeden Abend zwangsweise einmal vorgelesen werden - zur Verinnerlichung. Als Partei-Mitglied schäme ich mich.

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