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Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate auf Facebook

18.09.2012 | 17:37 Uhr
Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate auf Facebook
Ob dieses Foto, auf dem der Mitarbeiter der Stadt Hagen mit einer Maschinenpistole posiert, in einem Büro der Stadt geschossen wurde, wird nun überprüft.

Hagen.   Ein Mitarbeiter der Stadt Hagen hat auf sein privates Facebook-Profil Bilder hochgeladen, auf denen er mit Handgranate und Maschinenpistole posiert. Die Stadt prüft nun unter anderem, ob die Bilder auf seiner Dienststelle entstanden sind.

Ist dieser Mitarbeiter der Stadt Hagen über das Ziel hinausgeschossen? Auf seiner privaten ­Facebook-Seite posierte er mit einer Handgranate im Mund und einem Tarnhelm auf dem Kopf. Hochgeladen hatte der junge Mann auch ein Foto auf sein Profil, das ihn und einen Arbeitskollegen mit Maschinenpistole und -gewehr dabei zeigte, wie sie einen Schoko-Weihnachtsmann bedrohen.

Personalabbau mit Kettensäge

Auch der oberste Dienstherr der Männer bleibt auf dem Profil nicht unerwähnt. Und zwar auf makabere Weise: Neben einem Foto, das eine Kettensäge in einem Schraubstock zeigte, schrieb der städtische Mitarbeiter, dass er damit den Personalabbau im Sinne des Oberbürgermeisters forcieren könne.

Die Stadt Hagen hat umgehend auf die Veröffentlichung reagiert. Gegen zwei Mitarbeiter seien arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet worden, so ein Stadtsprecher. Diese sehen zunächst so aus, dass beide zu einem Gespräch gebeten werden. Darin geht es auch um die Frage, ob eine der Aufnahmen in den Diensträumen der Stadt entstanden ist. „Grundsätzlich“, so der Stadtsprecher weiter, „sind Facebook-Seiten oder ähnliche ­Accounts Privatsache. Wir kontrollieren nicht die Aktivitäten sämtlicher Verwaltungsmitarbeiter. In diesem Fall hat es allerdings einen konkreten Hinweis gegeben.“ Belange der Stadt könnten betroffen sein.

Foto: WP

Kriminalpolizei greift ein

Die gezeigten Waffen haben auch die Ermittler der Hagener Kriminalpolizei auf den Plan gerufen. Für die Polizei bestand der Verdacht des ­illegalen Waffenbesitzes und des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz . Allerdings gaben die Waffenexperten des Polizeipräsidium schon Entwarnung, nachdem sie die hochgeladenen Fotos genau analysiert hatten. „Es handelte sich bei der Handgranate um eine ­Attrappe und bei der Maschinenpistole bzw. dem Maschinengewehr um sogenannte Softairwaffen“, erklärt Ulrich Kayser, Leiter des Kriminalkommissariates 11. „Solche Waffen können ganz legal erworben werden. Es liegt keine Straftat vor.“ Zumindest für einen Laien ist ­jedoch nicht zu erkennen, ob es sich um scharfe Waffen oder Nachbildungen handelt.

Foto: WP

Auch für Kayser waren die veröffentlichten Fotos Grund genug, mit dem städtischen Mitarbeiter, auf den mehrere Jagdwaffen zugelassen sind, ein ernstes Telefonat zu führen. „Ich habe deutlich auf die Folgen hingewiesen, die sich durch solche Bilder ergeben können“, so Kayser. Gestern waren die Fotos von der Facebook-Seite verschwunden.

Facebook führt an Kapazitätsgrenze

So einvernehmlich lassen sich die Dinge aber nicht immer lösen. „Wir hatten schon den Fall, dass jemand mit Waffen im Netz posiert hat, der zuvor gedroht hatte, Mitglieder seiner Familie zu erschießen“, so Kayser, „dann gewinnt ein solcher Fall schnell eine andere Dimension.“

Generell beschäftigen Internetplattformen wie das soziale Netzwerk Facebook zunehmend die Ermittler der Hagener Polizei. Hochgeladene Bilder, anonyme Drohungen, illegale Partys sind Phänomene, die immer wieder zu Anzeigen führen. „Das sind Dinge, die es vor einigen Jahren so noch nicht gegeben hat“, so Kayser. „Sie führen zunehmend an die Kapazitätsgrenze der Polizei.“

Jens Stubbe


Kommentare
29.09.2012
18:23
Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate auf Facebook
von unweit | #28

@ Danzel: Wenn Sie meinen Schieswaffengebrauch sei als persönliches Vergnügen immer noch vertretbar zu achten dann haben Sie nicht nur - aus meiner Sicht - ein sehr egocentrisches Verhalten sondern auch ein gefährliches und wenn es sehr viele von Ihrer Sorte geben würde - was ich übrigens nicht glaube - wäre ich sicherlich besser in einem Keller aufgehoben als draussen wo Personen wie Sie sich etablieren können.

28.09.2012
16:54
Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate auf Facebook
von Danzel | #27

hm also verbieten wir alles was den personen spaß macht? alle öffentlichen veranstaltung weil dort rauschmittel (alkohol und kippen) konsumiert werden. handys und alle elektronik, weil es ablenkt.

dann geh zurück in deinen keller ohne licht und hoffe auf bessere zeiten

20.09.2012
17:44
Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate auf Facebook
von unweit | #26

Bleibe generell der Meinung das Waffen und auch Waffenatrappen grundsätzlich einfach verboten werden sein sollten damit auch den Besitz solchen wirklich zurückgebracht werden kann denn es gibt sehr viele Waffen bei den Bürgern.
Und dann diesem Fall noch: ich würde es für richtig finden wenn die Stadt Hagen sich von solchen Stroiche verabschieden könnte und sollte denn solche Bilder sind einfach nicht (länger) als "cool" zu empfinden.

20.09.2012
08:38
Mich würde viel mehr interessieren ...
von tipp_top | #25

ob die WP mit der Veröffentlichung des Fotos gegen das Urheberrecht verstößt ... kann mir nicht vorstellen, dass der ´Urheber´ sein Einverständnis zur Verwendung gegeben hat.

19.09.2012
21:01
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #24

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.09.2012
20:15
Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate auf Facebook
von tomatenkiller_neo | #23

Bin mal gespannt, wann das erste Facebook-Foto von Michelle Münte im
Bikini (sabber, lechz) gefunden wird ...

19.09.2012
19:03
Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate auf Facebook
von spatzenfreund | #22

manchmal kann man sich ja nur noch schämen angesichts des verhaltens einiger leute in ihren amtsstuben. so etwas ist nicht in ordnung.

19.09.2012
16:50
weniger schlimm
von stefanw2468 | #21

Naja, ist schon wirklich doof, was die Jungs da machen.
Aber wir sollten mit unserer Empörung verhältnismäßig sprich dem Teppich bleiben: Ebenfalls heute wird in dieser Zeitung vom Fall Kevin berichtet, der von einem Schläger ins Dauerkoma geprügelt wurde. Folge für den Täter (ich weiß, man ahnt es schon): Nichts - außer 1 Jahr zur Bewährung, was praktisch einem Freispruch gleich kommt. Da finde ich den blöden Gag als ein paar Stufen weniger schlimm.

19.09.2012
16:36
Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate auf Facebook
von Rabatzliese | #20

Oh Gott - was ist daran jetzt so schlimm?! Die Waffen sind nicht echt... also was soll das ganze Theater?
Hat eigentlich mal jemand den Weihnachtsmann gefragt, ob er jetzt traumatisiert ist?
Nee! Da kümmert sich keiner drum! *lach*

1 Antwort
Hat eigentlich mal jemand den Weihnachtsmann gefragt, ob er jetzt traumatisiert ist?
von Karin_Ky | #20-1

Leider geht das nicht mehr.
In einem archaischen Ritual in einer nicht genannten Zeitungsredaktion wurde er auf menschenverachtende Weise hingerichtet, indem ihm die Haut abgezogen wurde und nachdem die anwesenden Personen am Anblick der gequälten Kreatur ihren Spass hatten, begann das Tötungsritual, dass nur als widerlich bezeichnet werden kann. Erlösung brachte der Chefredakteur, als er dem Leiden des Schokoweihnachtsmannes ein Ende setzte und den Kopf abbiß. lol

19.09.2012
14:49
Mitarbeiter der Stadt Hagen posiert mit Handgranate
von mit_offenen_Augen | #19

Wenn man das so alles sieht, schlimm!
Anscheinend haben wir noch nicht Elend, Verbrechen und Tod auf der Welt,
wie kann man nur meinen, dass man mit solch einem hirnlosen, makaberen Treiben Ulk oder Spaß betreibt?

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