Mit Temperament und Leidenschaft

Hohenlimburg..  Der orientalische Tanz, mit all seinen Facetten, ist ihre große Leidenschaft. Wenn Kerstin Flügge zu diesem Thema erzählt, ist sie kaum mehr zu stoppen. Dann leuchten ihre Augen vor Begeisterung.

Seit nunmehr 15 Jahren geht die Diabetesberaterin, die in einem Iserlohner Krankenhaus arbeitet, diesem Hobby nach, ist dabei gefangen vom Zauber der Musik und somit der Rhythmik, von verführerisch anmutenden Kostümen und betörenden Bewegungen. Dann taucht sie mit Temperament und Leidenschaft als Nelifer in die geheimnisvolle Welt des Orients ein.

Dabei ist der Tanzlehrerin und Organisatorin von exklusiven Events die Qualität ihrer Auftritte überaus wichtig. „Ich möchte stets das Beste bieten“, lautet ihr Credo.

Aus diesem Grund bildet sie sich kontinuierlich weiter, besucht Festivals in Deutschland und im europäischen Ausland. So weilte sie im Januar und Februar im Chiakra-Dance-Center in Fürth und trat am 15. März bei der World of Orient mit internationalen Weltstars in Hannover auf. Ein besonderer Höhepunkt für sie wird Ende Juli / Anfang August ihr Auftritt beim „Hershk Beshk Oriental Festival“ in Italien sein, wo sich die Creme de la Creme des orientalischen Tanzes für vier Tage ein Stelldichein gibt. Dort wird sie auftreten und in Workshops ihre Fähigkeiten weiter perfektionieren.

„Ich freue mich wahnsinnig auf die Zusammenarbeit in den Workshops mit jenen Topstars, die aus Argentinien, Brasilien, Ägypten oder den USA anreisen“, schwärmt die Ur-Hohenlimburger von der geplanten Tanzreise, die sie mit einem Kurzurlaub verbindet. „Ich möchte natürlich noch einen Badeurlaub anhängen.“

Ein Workshop ist harte Arbeit

Zuvor ist für vier Tage jedoch harte Arbeit angesagt. „Wir werden in den Seminaren bis zu fünf Stunden pro Tag tanzen. Das ist unglaublich anstrengend.“ Besonders im Blick wird sie dabei dann die Tänzerinnen aus der Ukraine haben. „Diese erobern seit rund einem Jahrzehnt die Tanzszene. Sie trainieren täglich bis zu 12 Stunden und sind ausschließlich auf das Tanzen fixiert.“ Dass sie als semiprofessionelle Tänzerin ein solches Trainings-Programm nicht umsetzen kann, ist einleuchtend. Denn zusätzlich zu ihren beruflichen Verpflichtungen möchte sie in der verbleibenden Freizeit ihre Fähigkeiten an Frauen und auch Männer aller Altersgruppen weitergeben. Denn seit Mai des vergangenen Jahres bietet sie im Werkhof an der Herrenstraße / Kaiserstraße orientalischen Tanz an.

Es gibt keine Altersbeschränkung

„Es gibt für Frauen keine Altersbeschränkung. Es gibt viele Frauen, die weit über sechzig sind, die über ein brillantes Rhythmusgefühl verfügen und spielerisch leicht die Tänze erlernen. Es gibt aber auch junge Frauen, die dieses Gefühl nicht haben und deshalb manchmal enttäuscht aufgeben“, berichtet sie von ihren Erfahrungen. Auch Männer sind willkommen. Nicht unbedingt zum Bauchtanz, aber zum orientalischen Tanz, der zahlreiche Folkloretänze wie Stocktanz, Bauerntanz oder Schwungtanz beinhaltet. „Die sind für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet. Vielfach fehlt Männern nur der Mut.“

Vielleicht nimmt sie beim geplanten Schnupperkursus im Werkhof auch dem starken Geschlecht die Scheu, die tänzerischen Fähigkeit auf einer Bühne zu beweisen. Willkommen ist, ob Frau oder Mann (siehe Infobox), jeder. Kostenlos und unverbindlich.