Mit Konzentration und Fleiß zur höherwertigen Gürtelfarbe

Breckerfeld..  Konzentriert und gespannt sitzen sie in der kleinen Sporthalle des Breckerfelder Sportzentrums auf den harten Sportbänken: 16 Taekwondokas aus der Taekwondo-Gruppe des TuS Breckerfeld und fünf Taekwondokas des Vereins TO-SAN Ennepetal. Alle tragen ihre weiß gebleichten Anzüge aus festem Stoff. Sie stecken in weiten, bis zur Wade reichenden Hosen und weiten Jacken. Nur die Gürtel um ihre Taillen sind unterschiedlich.

Fertigkeiten beweisen

Aufmerksam beobachten sie, was am anderen Ende der Halle abläuft. Dort sitzen Michael Dörner, Übungsleiter der TuS-Taekwondo-Gruppe, und Frederik Terboven aus Schwelm, offizieller Prüfer des regionalen Taekwondo-Verbandes. Die jungen und älteren Judokas stellen sich dem externen Prüfer, vor dem sie beweisen müssen, dass sie durch Training und Fleiß ihre Fähig- und Fertigkeiten in ihrer Sportart so verbessert haben, dass sie dies mit dem Tragen der nächst höherwertigen Gürtelfarbe nach außen zeigen können.

Zehn Ränge

In der kleinen Sporthalle herrscht angespannte Ruhe. Beobachter dürfen lediglich durch die Glastür einen Blick riskieren. Frank Hoffmann vom Nachbarverein TO-SAN-Ennepetal erläutert: „Das Reglement unseres Sports kennt zehn Ränge, die wir ,Kup’ nennen.“ Der unterste Kup 10 wird mit dem weißen, Kup 1 mit dem braun-schwarzen Gürtel gekennzeichnet.“ Dazwischen liegen die Farben aufsteigend weiß-gelb, gelb, gelb-grün, grün, grün-blau, blau, blau-rot, rot und braun. Wer ­alle zehn Gürtel bis zum Kup 1 geschafft hat, erfüllt die Bedingungen, sich um den schwarzen Gürtel eines „Dan“ - dem Meister unter den Judokas - zu bewerben.

Michael Dörner ist der einzige Dan-Gürtelträger der Breckerfelder Gruppe. Er wohnt seit 16 Jahren in der Hansestadt und gründete die Taekwondo-Gruppe des TuS vor 14 Jahren: „Dies ist die siebte oder achte vereinsinterne Prüfung, die ein externer Prüfer nach den strengen Verbandsregeln hier bei uns vor Ort abnimmt.“ Wie Frank Hoffmann ist er sicher, dass alle 21 Prüflinge am Ende ihren nächsten Rang bei den Gürteln erreichen werden. Dörner: „Wir melden nur Teilnehmer zur strengen Prüfung, die sie nach menschlicher Voraussicht bestehen können.“

Alle 21 Prüflinge bestehen

Frank Hoffmann erläutert anschließend das Geschehen in der Halle. In der unteren Gruppe geht es um die Taekwondo-Grundschule: Die Prüflinge müssen die Beherrschung der Bewegungsabläufe bei Schlägen und Tritten der Selbstverteidigung (ohne Gegner) nachweisen. In der zweiten Stufe folgt die Steigerung solcher Bewegungen in einem imaginären Kampf.

Die dritte Stufe am Samstag hat das Thema Beherrschung von Abwehrbewegungen gegen einen imaginären Angreifer. In der vierten Stufe - dem Höhepunkt der diesjährigen Prüfung - ist ein echter Selbstverteidigungskampf zu bestehen. Hoffmann erklärt: „Teil der Prüfung um den 4. Kup (blauen Gürtel) ist zusätzlich der Bruchtest.“ Von den Breckerfelder Prüflingen leisten ihn am Samstag vier Prüflinge ab. Je nach Alter ist dabei ein von einem Helfer zwischen seinen Händen senkrecht gehaltenes Weichholzbrett (bis zu 3 cm Fichte Tanne, geschätzte 30 bis 40 Zentimeter lang) mit einem Schlag (Handkante oder Fuß) zu durchschlagen. Alle 21 Prüflinge bestehen ihre Prüfungen. An die 16 Breckerfelder Taekwondokas werden zweimal blaue Gürtel (4. Kup), zweimal grün/blau (5. Kup), viermal grün (6. Kup) und achtmal gelb (8. Kup) vergeben. Längst ist die Konzentration und Anspannung der Freude gewichen.