Mit Kletterangeboten will Alpenverein neue Aktive gewinnen

Mehr als Bergwandern: Die Hagener Alpenvereins-Sektion – hier einige Aktive – bietet  auch eine Reihe von Touren auf Klettersteigen und im Hochalpinen an.Foto:privat
Mehr als Bergwandern: Die Hagener Alpenvereins-Sektion – hier einige Aktive – bietet auch eine Reihe von Touren auf Klettersteigen und im Hochalpinen an.Foto:privat
Der Alpenverein in Hagen hat rund 1200 Mitglieder – die meisten sind allerdings passiv. Jetzt will die Sektion mit Kletter-Angeboten junge Menschen locken.

Hagen.. Sie ist eine stille Riesin im Hagener Vereinsleben. Die Hagener Sektion des Deutschen Alpenvereins zählt immerhin rund 1200 Mitglieder und blickt auf eine nunmehr 112 Jahre alte Geschichte zurück. Doch öffentlich wahrnehmbar ist die Sektion eher wenig. Nur 70 bis 80 Mitglieder nähmen aktiv am Vereinsgeschehen teil, sagt Vorsitzender Rainer Schubert: „90 Prozent davon sind älter als 60 Jahre.“

Mit einem Schwerpunkt auf dem populären Bereich Klettern will die Sektion nun auch jüngere Mitglieder wieder stärker an den Verein binden. Denn auch wenn es an Aktiven mangelt, neue Mitglieder gibt es Jahr für Jahr zahlreiche. Es sind oftmals die, die den Service des Alpenvereins, wie etwa günstigere Übernachtungen auf den Hütten in den Alpen oder Versicherungsschutz, wahrnehmen wollen.

Keine Kletterhalle in Hagen

Bei den Kletterern hofft die Sektion nun einen Ansatzpunkt zu haben, die Mitglieder auch vor Ort näher an die Sektion zu binden. „Wir haben eine Gruppe von guten Ausbildern“, weiß Andreas Römer, Ausbildungsreferent für den Bereich Klettern.

Denn dass der Sport hohe Popularität besitzt, merkt man an den vielen Kletterhallen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Dass dies auch in Hagen bald der Fall sein könnte – immerhin gibt es leer stehende Industrieanlagen, die anderenorts dazu umgebaut wurden – glaubt Andreas Römer nicht: „Dazu ist im Hagener Umkreis die Konkurrenz zu groß.“ Etwa mit dem Bergwerk in Dortmund oder Hallen in Bochum und Wuppertal.

Fünf geprüfte Ausbilder

Doch eben diese Nähe ermöglicht es der Sektion Hagen auch, Angebote in eben jenen Kletterhallen anzubieten: Schnupperkurse gibt es dort, den so genannten Toprope-Kletterschein, der zum eigenständigen Klettern und Absichern befähigt, ebenso. Die Hagener Sektion bietet aber ebenso Ausbildungen im Klettergarten an oder auch eine Reihe von Touren auf Klettersteigen und im Hochalpinen.

„Im Grunde genommen braucht man kein Voraussetzungen, wenn man mit dem Klettersport beginnen will“, ermutigt Andreas Römer. „Übung macht den Meister.“ Dass die Sektion Hagen nun wieder über fünf geprüfte Ausbilder verfügt, macht ihn optimistisch: „Da haben wir einen schönen Aufwärtstrend. Im Moment sind unsere aktiven Kletterer noch eher so zwischen 30 und 50 Jahre alt, wir haben aber ein großes Interesse, diesen Altersdurchschnitt weiter zu senken.“

Römer weiß: Wenn sich einige Jugendliche in Sachen Klettern bei der Sektion engagieren würden, dann könnte das schnell eine für den Verein positive Kettenreaktion auslösen. Denn Klettern ist weiter eine Trend-Sportart. Andreas Römer: „Reinschnuppern ist bei uns natürlich möglich.“ Und der Verein kann bei Bedarf auch gegen eine geringe Pauschale die passende Ausrüstung ausleihen: Vom Gurt über Helme und Klettersteig-Sets bis zu Steigeisen und Pickel.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE