Dortmund

Mit Dortmund alles auf ein Pferd setzen

Dortmund.  Auf dem Fußballfeld läuft es für Dortmund im Moment nicht immer rund. Doch auf der Pferderennbahn hat Dortmund die Vollgas-Philosophie von Jürgen Klopp verinnerlicht. Dortmund ist ein dreijähriger Galopper. Nicht irgendein Rennpferd, sondern der Favorit des Kentucky Derbys, des bedeutendsten Galopprennens der USA.

Sein Besitzer, der amerikanische IT-Unternehmer Kaleem Shah, hat ihn nach Borussia Dortmund benannt. Er wisse viel über die Bundesliga und liebe Fußball, berichtet Shah auf Anfrage dieser Zeitung. „In der Vergangenheit habe ich auch Pferde nach anderen europäischen Fußballteams benannt wie nach Everton in England.“

Der Sohn eines indischen Pferdetrainers kennt auch die Rivalität zwischen Bayern München und dem BVB. Eines seiner Pferde heißt Bayern und hat im vergangenen November ein 5-Millionen-Dollar-Rennen gewonnen. Zurzeit sei Bayern zwar das bessere Fußballteam, aber Dortmund das bessere Pferd, sagte Shah nach dem jüngsten Sieg von Dortmund vor wenigen Tagen beim Santa Anita Derby in Kalifornien in die Fernseh-Kameras.

Anlass zum Jubeln

Wenn der 62-Jährige von seinem besten Pferd im Stall spricht, gerät er ins Schwärmen: „Dortmund ist ein unglaubliches Pferd. Es ist sehr selten, dass ein Pferd mit sechs Siegen aus sechs Rennen ins Kentucky Derby geht.“

Vor knapp einem Jahr hat er Dortmund, damals noch namenlos, für 140 000 Dollar gekauft – und inzwischen ein Vielfaches an Preisgeldern gewonnen. Das Kentucky Derby ist am 2. Mai. In den USA gilt es als „die zwei aufregendsten Minuten im Sport“. 20 startberechtigte Dreijährige gehen auf die 2012 Meter lange Galopp-Strecke. „Ich hoffe, dass Dortmund, das Pferd, den Dortmunder Fußballfans viel Anlass zum Jubeln gibt“, sagt sein Besitzer. Ihm ist bekannt, dass Dortmund, die Stadt, auch eine Galopprennbahn hat.

Beim Santa Anita Derby lief Dortmund seinen Konkurrenten um Längen davon – und das mit augenscheinlicher Leichtigkeit. Er explodierte geradezu am Schluss. Und er habe noch Luft nach oben, meinte sein Jockey Martin Garcia nach dem Rennen. Noch lerne Dortmund.

Kaleem Shah spricht von „Big D“, dem großen D. Er sei ein wundervolles, haselnussbraunes Pferd, dessen Vater Big Brown auch das Kentucky Derby gewonnen habe. „Er hat das Aussehen, den Stammbaum, die Geschwindigkeit und das Stehvermögen. Ich hoffe und bete, dass er gesund bleibt, um das Kentucky Derby zu gewinnen und auch die Triple Crown.“ Das ist so etwas wie das Triple im Fußball. In dem Fall würden auch Dortmunds Name und Image weit mit nach vorn galoppieren. Also am 2. Mai beim Daumendrücken alles auf ein Pferd setzen.