Mit dem Zug von „Hagau“ nach „Helau“

Hohenlimburg..  Seit Mittwoch ist sie auch schon wieder vorbei: Die Karnevalsaison 2014/2015.

Für die Lautschrift ist dies jedoch kein Grund, nicht noch einmal auf den Karneval zurückzublicken. Denn die Hohenlimburger haben den Rosenmontag nicht nur in Hagen bei bestem Wetter feiern können. Auch in Düsseldorf feierten sie.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Das wussten auch Heike Füg, Vanessa Kaminsky, Annkathrin Pflug und Marion Henkel. Sie alle und auch ich als Lautschriftreporterin wollten Düsseldorf natürlich nicht in zivil unsicher machen. Ein Kostüm musste her.

Wichtig: eine gute Vorbereitung

Gebastelt und gekauft, alles war dabei. Schon vor Rosenmontag wurden gemeinsam Schaf, Rotkäppchen, Bierfass, Biene und vieles mehr anprobiert. Welches Kostüm stand wem am besten? Stimmen Preis und Qualität? Und sind die Kostüme auch warm genug, falls es schlechtes Wetter geben sollte?

Alles wurde gemeinsam überprüft und knapp zwei Wochen vor Rosenmontag stand fest: Vanessa wird als Gorilla nach Düsseldorf fahren, Heike als Mammut, Annkathrin als Robina Hood, Marion verkleidet sich als Pilz und ich sollte am Rosenmontag zum Husky werden.

Der Rosenmontagszug sollte um 12.30 Uhr starten. Schon Tage vorher kauften wir ein Gruppenticket und schauten nach den Zugverbindungen.

Auch in Hagen Partystimmung

Montag 10 Uhr: Es ging los! Wir trafen uns am Hauptbahnhof, kauften noch schnell Brötchen gegen den Hunger und waren bereits jetzt begeistert: Auch hier war fast jeder verkleidet. Von Auto bis Zebra: Alle Kostüme waren dabei.

Der Zug sollte so voll werden, wie zu Karneval Düsseldorfs Kneipen. Sitzplatz? Fehlanzeige.

Doch dank einer Gruppe Karnevalisten, die an eine Musikanlage gedacht hatte, war die Fahrt nach Düsseldorf laut und lustig. Es wurde getanzt und gesungen, auch wenn wir die Liedtexte noch nicht so ganz drauf hatten...

Mit guter Laune und langsam an die Musik gewöhnt, ging es zur Heinrich-Heine-Allee. Getränkestand in der Nähe, das Fernsehen gut 15 Meter von uns entfernt, nicht weit von uns eine öffentliche Toilette, die sogar gereinigt wurde und ein Platz in der ersten Reihe: Pilz, Mammut, Robina, Husky und Gorilla fanden den perfekten Standort.

Schnell wurde sich mit Teufelchen und Knasti angefreundet und auf einen tollen Tag angestoßen.

Spaß aber auch Ernsthaftigkeit

Nach gut anderthalb Stunden Wartezeit hörten wir die erste Kapelle und sahen die ersten Themenwagen. Die Handhabung der Flüchtlingsproblematik in Europa war eines der brisantesten Themen. Und man mag es vielleicht kaum glauben, aber die Menge rief nicht nur „Helau“ und suchte Kamelle. Auch über die Themenwagen wurde gemeinsam diskutiert.

Nach fast drei Stunden war der Zug beendet. Vier volle Tüten Süßigkeiten, darunter auch Schokoriegel, ganze Plätzchenverpackungen, Blumen und Kosmetikartikel wurden von uns eingesammelt.

Schon vor der Fahrt beschlossen wir, dass die Süßigkeiten an eine Hagener Behindertenschule gespendet werden sollten.

„Kamelle soll nur einmal geschmissen und nicht anschließend auch noch weggeschmissen werden“, waren sich alle einig.

Einig waren wir uns auch, dass es nächstes Jahr wieder nach Düsseldorf gehen wird.

„Einmal in eine andere Rolle schlüpfen, den ganzen Tag Quatsch machen und dafür nicht ausgelacht werden. Das geht nur an Karneval.“