Mit Bastler-Gen und Können auf Erfolgskurs

Kevin Breuer ist ein echter Bastler.
Kevin Breuer ist ein echter Bastler.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Kevin Breuer ist ein Bastler, ein Tüftler, einer mit echter Leidenschaft für den Lötkolben. Jetzt wurde der Elektrotechnik-Student der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen für sein Talent ausgezeichnet.

Hagen.. Kevin Breuer trägt die Platine im Herzen. Er ist ein Bastler, ein Tüftler, einer mit echter Leidenschaft für den Lötkolben. Jetzt wurde der Elektrotechnik-Student der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen für sein Talent ausgezeichnet. Er hat etwas gewonnen, was kaum einer kennt.

Auf der größten Demo-Party der Welt, der Revision in Saarbrücken, hat der Hagener den dritten Platz belegt. Den dritten Platz in der Kategorie „Wild“. Das ist so etwas wie der Programmier-Freistil.

Nostalgische Grafik

Kevin Breuer kann von den DJs erzählen, die während so einer viertägigen Demo-Party fast nonstop auflegen. Er kann von der Internationalität, von den Seminaren, von dem wenigen Tageslicht bei einer solchen Party erzählen. Er kann eigentlich so viel erzählen, wie er will. Wie es auf einer solchen Demo-Party tatsächlich ist, begreift man nämlich wahrscheinlich wirklich nur dann, wenn man mal dabei war.

Kevin Breuer war zum ersten Mal dabei. Und er hat gleich einen Preis gewonnen. In der Kategorie „Wild“ wurden er mit seiner Demo „Dead Pixel“ Dritter. Und so außergewöhnlich eine Demo-Party dann auch anmutet, letztlich funktioniert sie doch nicht wesentlich anders als ein Oldtimer-Treffen, eine Rassen-Hundeschau oder irgendeine andere Veranstaltung, bei der die besonders Motivierten dann endlich zeigen dürfen, was sie in den letzten Wochen und Monaten in ihr Hobby investiert haben. „ Auf einer Demo-Party“, erklärt Kevin Breuer, „stellen Programmierer ihre Werke vor, die sie zuvor zu Hause gebaut oder programmiert haben.“ Und gewonnen hat bei einer Demo-Party dann der, der beim Online-Voting aller Teilnehmer die meisten Stimmen bekommt. Man muss also nicht nur programmieren und basteln, sondern auch gönnen können.

Die vorhandene Technik ausreizen

„Ich stehe total auf alte Sachen“, sagt Kevin Breuer. Und das Modell, mit dem er in Saarbrücken in den Bastler-Wettkampf zog, wird dieser Leidenschaft dann auch vollauf gerecht. Die Platine, den Microcontroller, das Display, den Lautsprecher, alles hat der 25-Jährige irgendwo im Internet aufgestöbert. Herausgekommen ist dann eine Demo, die in Sound und Grafik vielleicht an einen Gameboy erinnert. Hightech ist das jedenfalls nicht. „Muss es auch nicht sein“, erklärt Breuer, „es geht darum, die vorhandene Technik auszureizen, aus bescheidenen Mitteln das Maximale herauszuholen.“ Ohne sein Studium könnte er das nicht. „Im Elektrotechnik-Studium bekommt man das Handwerkszeug, das Bastlergen muss man dann in sich tragen“, so Breuer.

Und dieses Gen hat Kevin Breuer bis nach Saarbrücken gebracht. So einfach ist der Einstieg in die Szene, wie Breuer die Demo-Party-Gemeinde bezeichnet, allerdings nicht. Wer neu in der Nische ist, der stellt sich erstmal hinten an. „Da sind Spieleentwickler, echte Profis, als Einsteiger musst du dich erstmal sozialisieren“, so seine Erfahrung. Gelohnt hat sich der erste Schritt trotzdem.

Nicht wegen der Trophäe und schon gar nicht wegen des bescheidenen Preisgeldes. „Der Lohn“, sagt Kevin Breuer, „ist dieses unglaublich coole Gefühl, dass so viele Leute auf der großen Party-Leinwand meine Demo schauen.“