Mirja Boes in Hagen – Burschikoses „Mädchen“ mit süßem Zahn

Mirja Boes kommt am 24. Januar mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm nach Hagen.
Mirja Boes kommt am 24. Januar mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm nach Hagen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Mirja Boes – Komikerin, Schauspielerin, Sängerin – gastiert mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm am Samstag, 24. Januar, um 20 Uhr in der Hagener Stadthalle. Wir sprachen mit der Künstlerin.

Hagen.. Mirja Boes – Komikerin, Schauspielerin, Sängerin und dreifache Trägerin des Deutschen Comedypreises – kommt nach Hagen. Sie gastiert mit ihrem ­aktuellen Bühnenprogramm am Samstag, 24. Januar, um 20 Uhr in der Stadthalle. Ein Interview:

Frage: Ihr Programm heißt „Das Leben ist kein Ponyschlecken“. Klingt einerseits witzig, andererseits aber auch ein wenig nachdenklich, oder?

Mirja Boes: Nun ja – natürlich bin ich älter geworden und befasse mich heute mit anderen Themen als vor zehn Jahren. Zum Beispiel mit der Frage, ob die anderen Frauen aus der Krabbelgruppe nicht viel bessere Mütter sind. Aber keine Sorge: ,Das Leben ist kein Ponyschlecken’ ist echt amüsant. Schließlich bin ich ein lustiger Mensch.

Ein lustiger Mensch. Und eine scheinbar alterslose Frau. Liegt das an Ihrem burschikos-mädchenhaften Auftreten?

Boes: Ja, wahrscheinlich, denn aus dem Jungmädchenalter bin ich mit 43 ja mittlerweile tatsächlich raus. Meine Mutter wirkt auch alterslos – das sagen zumindest ihre Freunde und Bekannten. Vielleicht hab’ ich das ja von ihr geerbt.

Wie erhalten Sie sich ihre frische Ausstrahlung?

Kulturzentrum Boes: Ich bewahre mir das Kindhafte. Das sollte jeder versuchen – sonst wird man zu ernst. Der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen liegt darin, dass Erwachsene immer alles abwägen, kaum mal ­Fünfe gerade sein lassen. Kinder können einfach besser genießen. Bei ihnen gibt es kein ,ja eigentlich, aber . . . ‘

Sie sind ein erfolgreicher Comedystar, aber auch ein ganz normaler Familienmensch. Ein schwieriger Spagat?

Boes: Nein. Auch wenn ich auf Tournee bin, stehe ich im Schnitt nur jedes zweite Wochenende auf der Bühne. Ich bin viel und gerne mit meinem Mann und meinen zwei Söhnen zu Hause. Wir führen ein fast klassisches Familienleben. Vor ein paar Tagen hatten wir bei uns Kindergeburtstag. Es hat geregnet, wir mussten drinn’ bleiben. Da hab’ ich dann den Bibabutzemann gemacht und bin zig mal über die Couch gesprungen (lacht). Anschließend war ich allerdings verflixt kurzatmig. Ja, wir sind eine wilde Familie. Aber Emotionen müssen eben raus.

Sie sind in Viersen geboren, leben mittlerweile in Köln. Die Rheinländer sind ja ein lustiges Völkchen. Merken Sie regionale Unterschiede bei Ihren Auftritten? Reagieren Zuschauer in Hamburg anders als in München?

Boes: Ach was. Humor ist doch total subjektiv und jede Stadt tickt anders. Allerdings ist es etwas anderes, ob man in einer kleinen Gemeinde oder in einer Großstadt auftritt. Besucher aus kleinen Städten sind meist kulturell bzw. eventmäßig nicht so überfrachtet. In Großstädten sitzen oft auch Touristen im Publikum. Klar, die kennen sich untereinander nicht. In überschaubaren Hallen in kleineren Gemeinden kommt oft ein ,interner Spaß’ auf. Hier sitzen Nachbarn und Freunde nebeneinander, man fühlt sich unter sich.

Tolles Zwei-Stunden-Programm mit Boes und den "Honky Donkeys"

Sie beschreiben Ihr aktuelles Programm als eine Mischung aus Stand-up-Comedy und Pop-Comedy. Was erwartet die Zuschauer?

Boes: Ein tolles Zwei-Stunden-Programm. Und da die ,Honky Donkeys’, eine echte Profiband, mit auf der Bühne stehen, hab’ ich jetzt noch mehr Spaß. Allerdings gebe ich kein reines Konzert. Ich denke, das möchte mein Publikum auch nicht, schließlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Jetzt bekommen die Zuschauer eben noch mehr geboten, praktisch ,2 für 1’.

Wie kam der Kontakt zur Band zustande?

Boes: Der Bandleader ist ein alter Freund von mir. Insgesamt besteht die Rockband aus sechs Musikern. Und die werden von mir vor den Besuchern auch ganz schön vorgeführt. Aber nett und alles mit einem Augenzwinkern. Es geht richtig locker zu. Und wenn ich mal Zeit zum Durchatmen hab’, mach’ ich mir auf der Bühne auch ein Bierchen auf.

Comedy und Frauen – das ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Gibt’s eine Kollegin, die Sie selbst richtig klasse finden?

Boes: Zum Glück sind die Frauen im Comedy-Genre auf dem Vormarsch. Und Konkurrenz belebt ja tatsächlich das Geschäft. Welche Frau ich super finde? Annette Frier, ich bin ein echter Fan von ihr. Und Carolin Kebekus hat die letzte Comedy-Preis-Verleihung sensationell gut moderiert.

Das neue Jahr ist ja noch nicht alt. Haben Sie gute Vorsätze für 2015?

Boes: Oh je – mal überlegen. In den letzten Wochen hab’ ich mir ein bisschen Winterspeck angemampft. Da könnten ein paar Gramm purzeln. Aber das haut schon hin, ich mach’ ja viel Sport. Ich gehe joggen und mach’ Sling-Training an Seilen. Allerdings hab’ ich einen süßen Zahn, hab’ gestern noch drei Duplos verputzt. Mein Vorsatz für 2015? Ich geh’ auf zweieinhalb Duplos pro Tag runter.