Mir stockt der Atem

Bleicher-Interview..  Heute, am 70. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus stockte, mir der Atem, als ich die örtliche Zeitung las. Rechtfertigt Herr Bleicher doch im Interview allen Ernstes seine Glorifizierung des Brigade-Führers der Waffen-SS, Fritz Witt, in den Hohenlimburger Heimatblättern. Die breite antifaschistische Kritik daran tut er als Missverständnisse und Unwissenheit ab. Er zieht sich auf andere lobende Veröffentlichungen zurück und es sei ihm nur um die Person Witt gegangen.


Ja, diese Person Witt hat sein Leben in den Dienst der faschistischen Kriegsmaschinerie gestellt, die Europa mit millionenfachem Leid und Zerstörung überzogen hat. Dafür war er führender Militär und hat andere Jugendliche mit hineingezogen. Herr Bleicher beruft sich auf das Recht der Pressefreiheit. Der Nazi-Terror war und ist nicht einfach eine andere Meinung. Der Hitlerfaschismus war eine Maschinerie des Verbrechens an den Völkern Europas und an der demokratischen und Arbeiterbewegung. Seine Hintermänner und Geldgeber finden sich leider noch heute in deutschen Konzernetagen. Übergriffe von Faschisten auf eine 1. Mai-Demonstration in Dortmund, ein dortiges Fest anlässlich des 10. Jahrestags der Ermordung eines Punks und die Blutspur der NSU zeigen, dass wir auch heute allen Grund haben, diesen Kräften entschlossen entgegen zu treten. Sie dürfen keinen Spielraum für ihre dreckigen Machenschaften haben!


Aktuell gehört deshalb die Ausgabe der Hohenlimburger Heimatblätter, in der faktisch faschistische Gräueltaten verharmlost und verherrlicht werden, umgehend verboten und vom Markt genommen.
Magret Sarrazin, Hohenlimburg