Mindestlohn seit Jahren

Mindestlohn. Im Artikel über den Mindestlohn, der mit einem Bild aus der Gebäudereinigung illustriert war, hieß es, dass für die Gebäudereinigung noch Ausnahmeregelungen gelten. Dies hat uns als zuständiger Branchenverband doch sehr gewundert. Die Gebäudereinigung ist durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes nicht betroffen. Und zwar nicht deshalb, weil es noch Ausnahmeregelungen für unsere Branche gibt, sondern weil es in unserer Branche schon seit vielen Jahren allgemeinverbindliche durch das Arbeitnehmerentsendegesetz geschützte und vom Zoll kontrollierte Mindestlöhne gibt, die deutlich höher als der gesetzliche Mindestlohn sind.

Die von Ihnen zitierten Angaben des IHK-Geschäftsführers sind nicht nachvollziehbar. Der Mindestlohn in der Gebäudereinigung beträgt ab 1. Januar 2015 für ungelernte Reinigungskräfte 9,55 Euro und für Glasreiniger sogar 12,65 Euro. Diese Stundenlöhne dürfen durch keinen Gebäudereinigungsbetrieb unterschritten werden. Der Zoll kontrolliert die Einhaltung schon seit Jahren in unserer Branche durch Außenprüfungen und Mitarbeiterbefragungen.

Wir waren immer eine Branche, die den Wettbewerb über die billigsten Löhne abgelehnt und sich für allgemeinverbindliche Löhne eingesetzt hat. Bereits seit Jahrzehnten sind die Löhne in unserer Branche allgemeinverbindlich und seit 2007 auf gemeinsamen Antrag unseres Bundesverbandes und der IG BAU sogar unter dem besonderen Schutz des Arbeitnehmerentsendegesetzes, welches die Kontrolle durch den Zoll sicherstellt.

Aus diesen Gründen trifft es unsere Branche immer besonders, wenn Artikel erscheinen, welche die jahrzehntelangen erfolgreichen Bemühungen der Gebäudereinigung um faire allgemeinverbindliche Löhne konterkarieren und stattdessen mit Bild und Inhalt längst vergangene Klischees bedienen. Unsere Branche begrüßt die Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohnes, auch wenn wir hiervon nicht unmittelbar betroffen sind. Aus unserer jahrelangen Erfahrung mit gesetzlichen geschützten Branchenmindestlöhnen können wir berichten, dass dies zu keinem Personalabbau geführt, aber den Wettbewerb über die billigsten Löhne erfolgreich verhindert hat.