Millionen für die Sanierung fließen

Hagen..  Mit dem gestrigen Nachsitzen des Aufsichtsrates ist die Enervie AG der drängenden Sanierung einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Die Vertreter der Anteilseigner haben zum einen dem Jahresabschluss 2014 mit einem Fehlbetrag von 115 Millionen Euro zugestimmt. Zum anderen hat Oberbürgermeister Erik O. Schulz die Garantieerklärung für eine städtische Pa­tronatsbürgschaft in Höhe von 30 Millionen Euro unterzeichnet, die von den Gläubigerbanken gefordert wird, um dem dringend erforderlichen Restrukturierungsprozess die notwendige Liquidität zu verschaffen. Damit konnten die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) auch testieren, dass Enervie in den nächsten beiden Jahren zahlungsfähig bleibt.

Finaler Bericht Ende August

Die für die Schulz-Unterschrift erforderliche vorläufige Genehmigung der Arnsberger Bezirksregierung lag nach den Irritationen zum Ende der vergangenen Woche am Montag im Rathaus vor. Endgültig wird diese Finanzspritze (Anteilseignerdarlehen) erst Ende August konkret, wenn der abschließende, von den Unternehmensberatern aus dem Hause Roland Berger erarbeitete Sanierungsplan vorliegt.

Netzgesellschaft kommt

Mit dem PwC-Liquiditätstestat kann jetzt auch rückwirkend zum 1. Januar 2015 von Enervie die „Große Netzgesellschaft“ gegründet werden. Diese Umstrukturierung ermöglicht dem Unternehmen künftig jährliche Mehreinnahmen von 7 Millionen Euro bei den Netznutzungsentgelten und damit eine verbesserte Ertragslage.

Wann der von den mehr als 40 Gläubigerbanken geforderte und vom Enervie-Vorstand installierte Sanierungsbegleiter (CRO) und dann freigestellte Remondis-Geschäftsführer Markus F. Schmidt seine neue Aufgabe antritt, steht nach Angaben des Unternehmens noch nicht fest. Parallel agieren bei Enervie auch schon drei weitere Remondis-Entsandte, die im Rahmen eines Projektes bei Enervie ein neues Reporting-System etablieren, das künftig monatliche Zwischenabschlüsse liefert.