„Meisterschaften nicht gefährdet“

Hohenlimburg..  Im Februar des vergangenen Jahres sollte eigentlich der Startschuss für die Umgestaltung des Kanu-Wildwasserparks erfolgen. Das klappte nicht. Erst im Juni erfolgte der Auftakt. Jetzt, zehn Monate später, sind die Arbeiten noch immer nicht abgeschlossen. Und ein Ende scheint für den Beobachter nicht in Sicht. Kritiker sehen bereits Parallelen zum Berliner Flughafen oder zur Elbphilharmonie in Hamburg. Diese Zeitung sprach deshalb mit Winfried Heck-rodt vom Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH).


Die Arbeiten im Wildwasserpark gehen für viele Beobachter äußerst zäh voran. Vom 26. bis 28. Juni sollen die deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften der Kanuten stattfinden. Ist diese Veranstaltung in Gefahr?
Winfried Heckrodt: Wir gehen davon aus, dass die Fertigstellung der Strecke spätestens Ende Mai erfolgen wird. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand sind die deutschen Nachwuchsmeisterschaften nicht gefährdet.


Am 23. Juni 2014 setzte der neue Oberbürgermeister Eric O. Schulz den ersten Spatenstich für die Baumaßnahme. Diese war für ein gutes Vierteljahr geplant. Woran hat es gelegen, dass dieses Zeitfenster nicht eingehalten worden ist?
Der Bau einer Kanuslalomstrecke ist keine Standardbaumaßnahme, für die es vergleichbare Maßnahmen gibt. Insofern war und ist auch bei der Realisierung das eine oder andere unvorhergesehene Problem nicht planbar und deshalb erst beim Ausbau zu lösen. In der Ausschreibung war eine Fertigstellung und Abrechnung für Ende November 2014 vorgegeben. Andere Termine sind vom Wirtschaftsbetrieb Hagen auch nicht kommuniziert worden. Dieser Termin galt von Anfang an als sehr ehrgeizig und konnte, wie wir heute wissen, nicht eingehalten werden. Hinzu kamen unerwartete technische und wettertechnische Probleme.


Welche?
Probleme ergaben sich zunächst aus der nicht rechtzeitigen Herstellung und Montage der Wehrklappen. Trotzdem war das Bauende im Dezember greifbar nah. Leider wurden die kritischen Arbeiten im Flussbett kurz vor dem Einbau der Wehrklappen durch das Hochwasser im Dezember zunichte gemacht. Die erforderlichen Baumaßnahmen können nur bei niedrigem Wasserstand, der im Januar und im Februar nicht erreicht wurde, durchgeführt werden.


Als in der vergangenen Woche im Zuge der Arbeiten ein Erdwall in der Lenne aufgeschüttet worden ist, ist nicht nur die neue Strecke geflutet worden, sondern auch die angrenzende Wiese. Wenn die neuen Wehrklappen aufgestellt sind, steigt das Wasser eventuell noch höher. Kritiker sprechen von einer Fehlplanung. Haben die Recht?
Nein, mit Sicherheit nicht. Derzeit besteht das Problem darin, den Wasserstand unterhalb des Wehres abzusenken, um die erforderlichen Hydraulikleitungen verlegen zu können. Das erweist sich bei den derzeitigen wechselnden Wasserständen als äußerst schwierig. Hierzu wurde in der letzten Woche ein Erdwall aufgeschüttet, der den Wasserstand der Lenne auf ein höheres Niveau gestaut hat, als dieser später durch die Wehrklappen erreichen wird. Insofern können keine Rückschlüsse auf eine Überflutung der Wiesen gezogen werden.


Ist eine Begrünung der Wiesen ist bis zu den deutschen Titelkämpfen noch zu erreichen?
Die Raseneinsatz ist leider erst zum Schluss der Baumaßnahmen möglich. Wie weit sich der Rasen bis Juni entwickelt, hängt von der Witterung in den nächsten Monaten ab.