„Meine Eltern haben mir als Kind schon BVB-Klamotten angezogen“

Hohenlimburg..  71 Tore haben die Bezirksliga-Fußballerinnen des SV Hohenlimburg 1910 in dieser Saison schon geschossen. Erfolgreichste Torschützin der Zehnerinnen ist Pascale Kampczyk, die bisher 31 Mal ins Schwarze traf. Im Schnitt hat sie etwa zweimal pro Begegnung getroffen. Die 19-Jährige macht eine Ausbildung zur Kinderpflegerin. Im Interview mit dieser Zeitung erzählt die linke Stürmerin etwas von sich, über Frauenfußball und ihre sportliche Zukunft.

Pascale, hätten Sie vor der Saison gesagt, dass sie so treffsicher sind?

Pascale Kampczyk: Ich wusste schon, dass wir als Mannschaft viele Tore schießen. Aber, dass ich jetzt so oft treffe, hätte ich vor der Saison auch nicht für möglich gehalten.

Wie sind Sie zum Fußball gekommen?

Ich komme aus einer Fußball-Familie, meine Eltern haben mir als Kind schon BVB-Klamotten angezogen. Ich habe bei den Minikickern der SpVg Hagen 11 zusammen mit meinem Zwillingsbruder angefangen und erst mit Jungs zusammengespielt, bevor ich zum SV Hohenlimburg 1910 gekommen bin. Mittlerweile spiele ich schon seit elf Jahren Fußball.

Was macht den SV Hohenlimburg 1910 aus, die Mannschaft und der Verein?

Wir spielen sehr guten Fußball, die Mannschaft hat sich entwickelt, und wir Spielerinnen verstehen uns auch alle gut. Der Verein hat mit seiner guten Jugendarbeit auf jeden Fall Zukunft. Die Nachwuchsspielerinnen können hier einiges erreichen.

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Oh (lacht!) Mittlerweile hat aber jeder erkannt, dass Frauen auch Fußball spielen können, viele haben da jetzt Respekt vor. Man sagt ja auch, dass Frauen technisch besser als Männer sind.

Klappt es mit dem Aufstieg in die Landesliga?

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen. Ich hoffe nur, dass wir alle cool bleiben und uns nicht nervös machen lassen. Das wird der Schlüssel zum Erfolg sein. Ich denke, der FC Iserlohn hat vergangene Woche Panik bekommen und daher in Bürbach verloren.

Könnten Sie sich vorstellen, auch mal etwas höher zu spielen?

In Zukunft vielleicht, aber im Moment mache ich mir da nicht so viele Gedanken. Es geht mir beim Fußball um den Spaß, manche sind so eingebildet, wenn sie in einer höheren Liga spielen. In der kommenden Saison spiele ich auf jeden Fall beim SV Hohenlimburg 1910.

Wäre auch das Traineramt etwas für Sie?

Eigentlich hatte ich vor der Saison vor, Jugendtrainerin zu werden, aber durch meine Ausbildung habe ich leider zu wenig Zeit.

Sie hatten immer guten Kontakt zu Maike Ewerdwalbesloh, die ja von Hohenlimburg nach Siegen gewechselt ist.

Das ist auch immer noch so. Ich hoffe, dass Maike und ich irgendwann mal wieder in einer Mannschaft spielen. Sie kennt meine Laufwege und ich ihre, wir haben uns auf dem Spielfeld blind verstanden.

Was haben Sie für Interessen außerhalb des Fußballs?

Der Kontakt zu meinen Freunden ist mir sehr wichtig. Ich interessiere mich für alle Sportarten, habe Sport auch in der Schule immer gerne gemacht. Außerdem zeichne ich sehr gerne.