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Historisches Handwerk

Meiler-Bauprojekt festigt die Nachbarschaft

28.03.2010 | 17:24 Uhr
Meiler-Bauprojekt festigt die Nachbarschaft

Breckerfeld. Nicht alltägliche Waldarbeiter findet man seit einigen Monaten im Wald zwischen Ebbinghausen und der Ennepetalsparre fleißig bei der Arbeit. Vor allem an den Wochenenden fällen, zersägen und spalten sie dicke Buchen, die sie vom Waldeigentümer Ruhrverband gekauft haben.

Start der Holzaktion im Wald war am 13. Dezember - der starke Winter verzögerte den Zeitplan des selbst gesteckten Zieles erheblich. Uli Henning: „Wir Nachbarn aus Ebbinghausen wollen einen Kohlemeiler bauen, um das alte Handwerk der Köhler noch einmal aufleben zu lassen.” Ihre Arbeit in den Wäldern rund um Breckerfeld habe im Mittelalter die Grundlage für den Erfolg der heimichen Schmiedekunst gelegt. Henning: „Holzkohle ermöglichte erst die Herstellung des Breckerfelder Stahls aus dem heimischen Raseneisenerz und seine Verarbeitung durch die Schmiedegilde.”

Zum Köhler-Gesellen ausgebildet

Uli Henning ließ sich 2008/ 09 in einem Kursus in Hirschberg bei Warstein zum „Köhlergesellen” ausbilden. Er erfüllte sich damit einen Jugendtraum. Für seine Idee fand er bei seinen Nachbarn viel Resonanz. Und so arbeiten jetzt unter anderem eine Hausfrau, eine Erzieherin, ein Feuerwehrmann, ein Rettungssanitäter, ein ehemaliger Kraftfahrer, zwei technische Angestellte und ein Schmied im Ebbinghauser Wald. Insgesamt umfasst die Gruppe zwölf „Waldarbeiter”.

Sie sind vorschriftsmäßig ausgerüstet - mit eigenem Werkzeug. Zum Transport und zum Antrieb des Spalters, den der Maschinenring des Betriebshilfsdienstes der heimischen Landwirtschaft zur Verfügung stellte, nutzen sie eigene Oldtimer-Traktoren und deren Anhänger. Den hydraulisch arbeitenden Spalter stellten die Landwirte kostenfrei zur Verfügung. Henning: „Unser Meiler kann leider nicht hier vor Ort im Wald aufgeschichtet werden.”

50 Raummeter Buchenholz aufgestapelt

Gemeinsam mit Forst und Stadt wurde ein Standort nahe der neuen Sportanlage festgelegt. Dort soll der Meiler am 2. Juni entzündet werden. Bis dahin müssen 50 Raummeter Buchenholz in großen Scheiten aufgestapelt und mit Boden abgedeckt werden. Eine Woche wird der Meiler - unter ständiger Beobachtung des Köhlers Henning und seiner Mannschaft - brennen. Am 12. Juni soll bei einem Aktionstag die Holzkohle und zusätzlich mit einer Holzauktion Brennholz für den Kamin an Interessierte verkauft werden. Die Gruppe will dadurch zumindest einen Teil ihrer Kosten wieder einholen.

Ein Köhlergehilfe: „Das Projekt macht Spaß und festigt die Nachbarschaft.” Für die Organisation der Aktionstage im Juni am „Meilerplatz” am Windhagen zeichnet der Heimatverein Breckerfeld verantwortlich. Unterstützung fanden die „Köhler” durch Förster a.D. Wilfried Hausmann.

Ernst-Otto Fischer

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