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Prostituiertenmord

Mediziner: Todesursache war ein Angriff auf den Hals

04.05.2010 | 21:12 Uhr
Mediziner: Todesursache war ein Angriff auf den Hals

Lüdenscheid/Hagen.Mediziner, die den Leichnam der 24-Jährigen obduziert und nach Hinweisen auf ihre Identität gesucht hatten, hörte das Landgericht Hagen im Mordfall Eunice O. Eine Prostituierte, die selbst ihre Kolleginnen kaum gekannt und zum Teil nur „die Schwarze“ genannt hatten.

Als Ende Januar der Leichnam der Prostituierten in einem Hagener Bordell gefunden worden war, hatten Ermittler zunächst im Dunkeln getappt. Ein fremder Pass hatte die Tote als Frau über 30 ausgewiesen. An Hals und Schlüsselbein der Fremden waren Rötungen zu erkennen.

„Todesursache war ein Angriff auf den Hals“, erklärte der Rechtsmediziner bei der Forstetzung des Prozesses . Ihr „jugendliches Aussehen“ habe ihn an einem Alter über 30 Jahre zweifeln lassen.

Ein weiterer Mediziner hatte ihre Weisheitszähne, Hände und ihr Schlüsselbein untersucht, war zu dem Schluss gekommen, dass die Tote zwischen 20 und 25 Jahre alt war. Letztlich jedoch war die Identität über nigerianische Telefonnummern in ihrem Handy ans Licht gekommen. Telefonate hatten zu ihrer Familie geführt.

Streit mit einem Freier beobachtet

Eunice O. muss in vielerlei Hinsicht eine Alleinkämpferin gewesen sein. Eine ihrer Kolleginnen erinnerte sich, sie habe das Opfernur vom Sehen gekannt. In der Tatnacht habe sie von ihrem Fenster aus einen Streit zwischen der Toten und einem Freier beobachtet. Dieser Freier, das gab sie nur zögerlich zu, könne der angeklagte Lüdenscheider und mutmaßliche Täter Abbas F. gewesen sein.

Dann rückte sie mit der Sprache raus: „Ich habe Angst, dass mir das Gleiche passiert.“ Zwei weitere Prostituierte erinnerten sich indes, Eunice O. in der Nacht ihres Todes noch gegen vier Uhr gesehen zu haben. Ein Zeitpunkt, zu dem Abbas F. laut Zeugenaussage bereits in einem Taxi Richtung Lüdenscheid gesessen haben soll. Das Verfahren gegen Abbas F. wird am Mittwoch fortgesetzt. Das Schwurgericht Hagen hat weitere Verhandlungstermine bis Ende Mai anberaumt.

DerWesten sam

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