Marketing-Konzept fehlt
03.02.2012 | 18:44 Uhr 2012-02-03T18:44:00+0100
Hagen.Nach dem Kunstquartier-Eröffnungs-Hype im Sommer 2009 und dem Spektakel im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 wurde es auf Hagens Museumsinsel im letzten Jahr ruhig, wie die im Kulturausschuss vorgelegten Zahlen widerspiegeln (wir berichteten kürzlich).
26 018 Besucher
Demnach kamen nur etwa halb so viele Besucher ins Kunstquartier. Konkret: Während sich 2010 rund 50 000 Menschen fürs Kunstquartier interessierten, waren es 2011 nur 26.018. Eine detaillierte Aufsplitterung, wie viele Personen die im Karl-Ernst-Osthaus-Museum bzw. die im Emil-Schumacher-Museum präsentierte Kunst sehen wollten, ist aufgrund des Kombi-Tickets, das den Besuch beider Häuser beinhaltet, nicht möglich. Knapp drei Prozent (977 Personen) der Besucher kommen aus dem Ausland, größtenteils aus den Niederlanden und Belgien.
Zu den Kunstquartier-Besuchern kommen 5634 Menschen, die 2011 den Hohenhof - eine Dependance des Osthaus-Museums - besichtigt haben; der Anteil ausländischer Gäste lag hier bei gut 10 Prozent. Wie viele der Gäste zahlende Besucher waren und wie viel Eintritt eingenommen wurde, konnte gestern seitens der Stadt nicht beantwortet werden.
Wenig Feedback
Kulturdezernent Herbert Bleicher sieht einen Grund für den Besucherschwund im unzureichenden Engagement im Bereich Marketing. „Museen müssen professionell beworben werden. Ein Museum muss ständig - natürlich im positiven Sinne - in aller Munde sein.“ 2011 habe man von städtischer Seite versucht, ein Marketingkonzept, das beide Museen bewirbt, zu installieren, „doch wir haben seitens der Museen nur wenig Feedback bekommen“, so Bleicher.
Alexander Klar, bis Ende 2010 wissenschaftlicher Leiter des Schumacher-Museums, hatte einst im Gespräch mit unserer Zeitung unterstrichen, dass Museen in den ersten Jahren „fast von selbst liefen“, dann käme es jedoch auf ein attraktives Ausstellungsprogramm an.
12:35
die stadt haben hat doch bis vor kurzen den friedhelm erlenhofer mit a13 für museumsmarketing beschäftigt. was hat der denn in den jahren gemacht?
10:05
Lieber erbsenzähler, ganz so explosiv war der Fortgang von Dr. Klar aber nicht. In Wiesbaden ist er Direktor eines Landesmuseums und erhält eine weit aus attraktivere Besoldung und sitzt auf einer festen Stelle, als er sie in Hagen beziehen konnte und seine Position im ESM war. Das dürfte der Hauptgrund für seinen Abschied in Hagen gewesen sein. Der Ärger mit Dr. Schumacher war dabei Nebensache. Wenn man Dr. Schumacher auf Sitzungen und im Förderverein erlebt, merkt man schnell, dass man mit ihm gut leben kann.
08:16
LIEBE MODERATION. WAS WAR DENN AN MEINEM KOMMENTAR SO BÖSE, DASS ER GESTRICHEN WERDEN MUSSTE?
Was haben die Verantwortlichen erwartet?
Gänzlich unrealistische Zahlen wurden im Vorfeld genannt. Und jetzt wundert man sich? Was mich am meisten ärgert ist die Tatsache, daß es keine rechtliche Handhabe gibt, die Verantwortlichen für dieses Desaster am finanziellen Schadensausgleich teilhaben zu lassen.
Einen wichtigen Punkt muß man hierzu noch erwähnen:
Des Künstlers Sohn, der Herr Professor, hat den damaligen wissenschaftlichen Leiter, A. Klar, nach Wiesbaden vergrault, da er "sein" Museum nicht für andere Ausstellungsthemen öffnen wollte.
Wenn er "nur" die Werke seines Vaters ausstellt, gehen die Besucherzahlen noch weiter zurück. Aber egal, der Prunkbau steht und wird von der öffentlichen Hand allimentiert.
Willkommen in der Hagener Realsatire!
15:47
Lag das mangelhafte Marketing nicht eher an dem früheren Wirtschaftsförderer und Schlipsträger, der jetzt unverrichteter Dinge in eine Nachbarstadt ausgeliehen wurde? Allerdings verfügt das Osthausmuseum sogar über eine eigene Presse- und Marketingstelle. Was macht die Stelleninhaberin denn eigentlich den ganzen halben Tag?
09:04
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22:24
Das Schmierendings muss endlich abgerissen werden, das reißt doch sonst ganz Hagen mit in den Abgrund.
Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende!
20:01
Bei einem Eintrittspreis von 6 Euro pro erwachsener Person wurden also bestenfalls 156108 Euro im Jahr 2011 eingenommen, aber auch nur, wenn alle Besucher voll gezahlt haben und keine Kinder dabei waren. Was kosten uns diese Museen nochmal im Jahr? Ich habe keine Ahnung, mindestens aber das Zehnfache der Einnahmen. Dafür könnte man auch jedes Jahr zwei Brücken mehrfach mit dem Wort "Brücke" bepinseln, das klingt doch fast schon nach einem Sonderangebot!