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Mariä Himmelfahrt

Mariä Himmelfahrt - Zwischen Alltag und Heiligkeit

14.08.2012 | 17:03 Uhr
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Mariä Himmelfahrt - Zwischen Alltag und Heiligkeit
Ausschnitt aus dem Gemälde „Muttergottes im Gemach“ des Meisters von Iserlohn. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster.

Hagen/Iserlohn.  Seit dem Mittelalter sind Gemälde beliebt, die Maria mit dem Kind und Josef in ihrem alltäglichen Leben zeigen. Auch der Meister von Iserlohn erstellte ein Gemälde, das die "Muttgottes im Gemach" zeigt. Eine Bildbetrachtung zu Mariä Himmelfahrt.

Mariä Himmelfahrt am 15. August ist das älteste bekannte Marienfest. Seit dem 5. Jahrhundert gedenken die katholischen Christen an diesem Tag der unmittelbaren Aufnahme der Muttergottes nach ihrem Tod in den Himmel.

Diese große Verehrung bezeugt über die Jahrhunderte hinweg die innige Vertrautheit mit Maria, die in allen Notlagen um Hilfe angerufen werden kann. Sie wird mit unterschiedlichen volkskundlichen und religiösen Bräuchen verknüpft – bei uns zum Beispiel der Kräuterweihe.

Meister von Iserlohn malte "Muttergottes im Gemach"

Auch in dem Gemälde „Muttergottes im Gemach“ des Meisters von Iserlohn (um 1450) wird die Darstellung Mariens zwischen Himmel und Erde in Symbole umgesetzt. Das kleinformatige Tafelbild, das sich im Besitz des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster befindet, zeigt Maria in einem zeitgenössischen bürgerlichen Zimmer sitzend, wie sie das Jesuskind stillt. Vermutlich hat sie den Säugling gerade gebadet, darauf deutet die Schüssel hin, auf der das Jesus-Gewand abgelegt ist. Die rote Farbenpracht und die Stofffülle ihres Umhangs, der mit einem goldenen Saum geschmückt ist, heben die Muttergottes auch malerisch gegenüber ihrer Umgebung hervor.

Zwei in liturgische Gewänder gekleidete Engel, die in einem Buch blättern, symbolisieren die Verwirklichung der himmlischen Botschaft. Durch eine weit geöffnete Tür am rechten Bildrand fällt der Blick nach außen, zunächst auf die Blütenwiese des Gartens. Maria wird ja als „die Blume des Feldes und die Lilie der Täler“ (Hohelied) verehrt. Dann sehen wir den Weg zum Gartentor, durch das Josef eintritt: Dadurch wird das sakrale Geschehen im Rauminnern nach außen in die irdische Welt geöffnet, und Josef ist der Vermittler zwischen den beiden Realitäten.

Marientafeln dienten als private Andachtsbilder

Der Meister von Iserlohn erhielt seinen Namen nach den Darstellungen auf den gemalten Außenseiten des niederländischen Schnitzaltares in der Obersten Stadtkirche Iserlohn, der zum Beginn des 15. Jahrhunderts entstanden ist. Darstellungen der „demütigen Maria“, die die Gottesmutter mit dem Kind und Josef in ihrem familiären Leben zeigen, sind seit dem späten Mittelalter verbreitet.

Marientafeln wie die „Muttergottes im Gemach“ dienten in der Regel als private Andachtsbilder. Der Betrachter erkennt unmittelbar den Brückenschlag zwischen Transzendenz und Alltagsnähe. Die Gottesmutter bleibt bei aller himmlischen Entrücktheit doch dem Betenden nahe, sie ist seine Fürsprecherin.

Monika Willer

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