Märkische Region startet Fachkräfte-Initiative
10.02.2012 | 18:30 Uhr 2012-02-10T18:30:00+0100
Hagen.Gemeinsam wollen die Stadt Hagen, der Ennepe-Ruhr-Kreis und der Märkische Kreis dem drohenden Fachkräftemangel in der Region entgegenwirken. Mit zahlreichen Programmen und Initiativen sollen zusätzliche Pozentziale gehoben werden.
Während die Bevölkerung in NRW von 1990 bis 2010 um 3 Prozent wächst, schrumpft sie in der Märkischen Region um 5 Prozent.
Bis 2030 wird das Potenzial der Erwerbspersonen (15 - 65 Jahre) in der Märkischen Region mit knapp 22 Prozent fast doppelt so stark schrumpfen wie im Land.
Der Beschäftigungsanteil älterer Beschäftiger (55 Jahre) ist in der Region besonders hoch. Das altersbedingte Ausscheiden größerer Zahlen von Beschäftigten erhöht den Handlungsdruck bei der Nachwuchsgewinnung.
Die Frauenanteile bei Teilzeit- und 400-Euro-Jobs sind mit 85 beziehungsweise 68 Prozent besonders hoch.
20 Prozent der Beschäftigten in der Region arbeiten ausschließlich in geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen. Quelle: agenturmark
Denn eines haben Hagen und die umliegenden Kreise gemeinsam: Sowohl der Einwohnerschwund als auch die im Landesvergleich große Zahl von Menschen, die keine Berufsausbildung genossen haben und die die Schule abbrechen, lassen die Verantwortlichen bei gleichzeitig steigender Nachfrage nach Fachkräften aufhorchen. Die Zahlen alarmierenden Zahlen bereiten aber nicht nur dem Oberbürgermeister und den Kreisdirektoren, die darin einen negativen Standortfaktor für die Wirtschaft sehen, Sorgen. Mit im Boot unter der Regie der Agentur Mark, bei der gestern die sogenannte Lenkungsgruppe erstmals den Schulterschluss übte und damit den Startschuss für den Fachkräftepakt gab, gehören sowohl Arbeitsagenturen, Jobcenter, die Gewerkschaften, die Arbeitgeber, die Kammern und nicht zuletzt das Arbeitsministerium, das entsprechende Förderprogramme mit EU-Mitteln finanziert. „50 Millionen Euro stehen bis 2015 dafür zur Verfügung. Wir haben bereits zwei Projektanträge aus der Region auf dem Tisch, die sehr schlüssig und lohnenswert sind“, so Ministeriumsmitarbeiter Wolfgang Heiliger.
„Es ist wichtig und richtig, dass wir hier unsere Kräfte bündeln“, ist Oberbürgermeister Jörg Dehm überzeugt vom übergreifenden Konzept, das Ausbildung und Weiterbildung in den Vordergrund stellt. Immerhin 25 000 Menschen in der Region haben keine Ausbildung, jeder zweite Arbeitslose ist ungelernt. Gerhard Kopplin von der Arbeitsagentur machte deutlich, dass bereits gegengesteuert wird, nur müssten Schulen, Ämter und nicht zuletzt die Unternehmen noch intensiver mitziehen. „Wir fördern das Nachholen von Berufsabschlüssen oder legen Sonderprogramme auf, mit denen sich Arbeitnehmer, die bereits einen Arbeitsplatz haben, weiterqualifizieren können.“
Ein entsprechendes Vorzeigeprojekt werde sich Arbeitsminister Guntram Schneider in der kommenden Woche in Hagen bei den Deutschen Edelstahlwerken persönlich anschauen.
Erik O. Schulz, Geschäftsführer der agenturmark, appellierte daher noch einmal an alle Wirtschaftsunternehmen, sich dem Schulterschluss anzuschließen. „Wir beraten gerne, denn immerhin werden Projekte zur Sicherung von Fachkräften bis zu 50 Prozent gefördert.“
Gefördert werden soll auch die Frauenerwerbsqoute. „Auch hier hinken wir gegenüber anderen Regionen noch hinterher. Wir müssen mehr Frauen durch Qualifizierung in Beschäftigung bringen“, sieht Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises, einen weitereren Schwerpunkt.
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