Männerjagd durch Gitterstäbe

Frederik, Sascha, Marion und Paula (v.l.n.r): die vier sind ein tolles Team und allesamt überzeugte Hohenlimburger. Nur raus dürfen allein Marion und Sascha.
Frederik, Sascha, Marion und Paula (v.l.n.r): die vier sind ein tolles Team und allesamt überzeugte Hohenlimburger. Nur raus dürfen allein Marion und Sascha.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Sommerzeit wird Kuppelzeit und Paula endlich an den Mann gebracht. Für alle mit Erinnerungslücken: Paula ist gefiederte Hohenlimburgerin und wurde von Lautschrift schon bei ihrer Einbürgerung begleitet und schnell von vielen Lesern ins Herz geschlossen. Selbstverständlich waren wir demnach sofort zu Stelle, als es hieß: Männeralarm.

Da Papageien bekanntlich selten durch die Hohenlimburger Innenstadt fliegen, mussten Marion Henkel und Sascha Scheuß Paula in ihre alte Heimat bringen. Im Papageienpark Bochum erhielt Paula eine eigene Voliere direkt neben einem großen Gehege mit mehreren prächtigen, stolzen und vor allem noch nicht vergebenen Papageienmännern. „Da haben sich die Männer natürlich riesig gefreut, mal eine Dame in der Nähe zu haben“, berichtet Sascha.

Alle interessierten sich sofort für die Dame in der Voliere nebenan und gingen zu Paula auf Tuchfühlung.

„Doch weil Paula in Bochum den Urlaub gebucht hatte und neu war, durfte sie sich die Männer aussuchen. So, wie auch im wahren Leben es die Frauen tun“, lacht Marion und erhält diesbezüglich von Sascha nur bedingt Zustimmung. „Auf jeden Fall hatte Paula freie Wahl. Bis zu fünf Wochen kann das dauern, bis sich ein Papageienweibchen verliebt“, erklärt Sascha.

Doch Paula brauchte keine ganze Woche, da hatte sie – nicht ganz damenhaft – gleich drei Favoriten.

Nachdem ein Papagei von drei Männern, denen sie schon durch die Gitterstäbe näher kam, in die Voliere zu Paula gesetzt wurde, machte es dann innerhalb von nur zwei Tagen „Klick!“.

Paula verliebte sich unsterblich in Frederik und hatte keine Augen mehr für die anderen Vögel.

Es sollte Frederik sein, der Paula nach Hohenlimburg begleitet hat, als sie von Marion und Sascha nach nur sieben Tagen abgeholt wurde.

„Da haben wir wirklich Glück gehabt, dass sich Paula so schnell verliebte“, freut sich Sascha.

Doch sie hätten Paula auch mehr Zeit gegeben. „Wir wollten nicht unbedingt einen zweiten Vogel, sondern allein, dass es Paula gut geht. Sie sollte nicht alleine leben und daher einen Partner bekommen, mit dem sie sich wirklich gut versteht“, erklärt Marion, warum sie sich nicht einfach irgendeinen männlichen Graupapagei angeschafft haben.

Doch zu Hause, als der Alltag wieder einkehrte und Paula sich nicht mehr im Urlaub im Papageienpark befand, schien die Liebschaft zwischen Paula und Frederik nur ein Urlaubsflirt gewesen zu sein. „Das ist mein Revier“, machte Paula ihrem Mann mehr als deutlich, und die Nachbarn von Marion und Sascha mussten so einiges aushalten. „Die beiden haben sich zwischenzeitlich so gezankt, da wurde uns schon Angst und Bange“, waren Marion und Sascha besorgt.

Doch Heike Mundt, Geschäftsführerin des Papageienparks in Bochum, versicherte Marion und Sascha, dass ein solches Verhalten ganz normal sei.

Dennoch wurde Frederik vorsichtshalber in Frederik der Erste getauft, falls Paula erneut in den „Verkupplungsurlaub“ ziehen möchte. „Aber damit rechnen wir nicht mehr“, sagt Marion. „Frederik fühlt sich bei uns wohl, und er ist auf dem besten Weg in Hohenlimburg eingebürgert zu werden.“

So kam es zwischendurch schon vor, dass die beiden sich über eine geringe Distanz unterhielten und auch schon schnäbelten. „Die Liebe wird im Alltag bestimmt zurückkommen“, sind die beiden Besitzer sehr zuversichtlich.

Der Brutkasten steht auf jeden Fall schon bereit, und wenn es so weit ist, ist Lautschrift wieder an Ort und Stelle dabei.