Männer kaufen sich Karten für Gerburg Jahnke nicht selbst

Gerburg Jahnke Stadthalle Hagen
Gerburg Jahnke Stadthalle Hagen
Foto: Alex Talash
Was wir bereits wissen
  • Gerburg Jahnke in der Stadthalle Hagen
  • Auch Männer im Publikum – aber auf Einladung der Frau
  • Kernpunkt des Programms: Beziehungsprobleme

Hagen-Mitte..  „Mal gucken, wer kommt“ lautete das Motto des Bühnenprogramms der Kabarettistin Gerburg Jahnke in der Stadthalle. Besucher kauften im Vorfeld eine Eintrittskarte, die quasi ein Überraschungspaket war, doch enttäuscht wurden sie nicht. Jahnke und vier Künstlerinnen, die bis zu Showbeginn geheim blieben, gaben sich abwechselnd die Ehre. Kernpunkt einer jeden Darbietung waren Beziehungsprobleme. Die Mischung des Publikums hingegen war sehr einseitig – rund 70 Prozent Frauen. „Meine Frau hat mich eingeladen. Aber Gerburg Jahnke kannte ich natürlich schon aus dem Fernsehen“, erzählte Frank Brüggemann. Genau diese Antwort bekam man von vielen Männern an diesem Abend. Jedem gefiel’s, doch keiner hätte sich selbst eine Karte gekauft. Das bestätigte auch Günther Decker: „Die Karte ist ein Weihnachtsgeschenk von meiner Frau. Bis jetzt gefällt es mir gut. Jahnke hat meine Erwartungen erfüllt.“

Man konnte es den Männern nicht verübeln, dass sie in der Minderheit waren, denn das Programm war stark auf die Probleme der Frau im mittleren Alter ausgelegt. So konnten sich viele Frauen bei dem Satz „Ich habe dementes Bindegewebe, das seinen Platz nicht mehr zurückfindet“ kaum vor Lachen halten. Solche Sätze machten Jahnke so authentisch. Doch Männer und auch das junge Publikum fanden es schwierig, in solchen Situationen mitzulachen.

Das lag vermutlich daran, dass die wenigen jungen Zuschauer im Saal noch keine Silberhochzeit gefeiert haben und der Trott des Alltags bislang noch ausbleibt. So wurden auch Kathrin und Clarissa Groos, 27 und 26 Jahre alt, von ihren Eltern eingeladen. „Wir haben manchmal abends mit unseren Eltern Frau Jahnke im Fernsehen gesehen, da fanden wir die ganz lustig. Bis jetzt macht es auch Spaß“, erzählen die jungen Frauen in der Pause. Und Clarissa Groos ergänzte: „Ich glaube, dass meine Freunde Frau Jahnke gar nicht kennen würden.“

Lied über Schalker

Vermutlich würden die U-30-Freunde mit den Problemen nichts anfangen können, doch die anderen Künstlerinnen des Abends, zum Beispiel ­Sarah Hakenberg, sprachen durchaus auch das jüngere Publikum an. Mit einem Lied über Schalker oder Dortmunder Zugehörigkeit kann man anscheinend jede Generation unterhalten. Und das wussten viele zu schätzen. Zum Finale bekamen Hakenberg und Wuchtbrumme Daphne de luxe von manchen Zuschauern sogar Standing-Ovations. Daphne überzeugte mit ihrer offenen Art über ­Essen, ­Körpergewicht und Sport zu reden, so dass jeder Zuschauer sich selbst erkannte.

Insgesamt war es eine bunte ­Mischung der Kabarettistinnen, die Gerburg Jahnke eingeladen hatte. Und etliche Paare führten, als sie schließlich zu ihren Autos marschierten, hitzige Diskussionen darüber, welche Frau die witzigste des Abends war.