Lüdenscheid sucht Halteplatz für Fernbusse

Lüdenscheid..  Die Einrichtung eines Haltepunktes für Fernbusse in der Nähe eines Autobahnanschlusses ist aus Sicht der Stadt Lüdenscheid kein Problem. Die Infrastruktur sei vorhanden und könne genutzt werden.

Dabei befinden sich in den Bereichen Nord und Mitte die günstigsten Standorte, während das von der SPD-Kreistagsfraktion vorgeschlagene Gelände im Raum Piepersloh von der Infrastruktur her nicht geeignet sei, so Verkehrsplanerin Nina Niggemann-Schulte.

Keine Wendemöglichkeit

Grundsätzliches Interesse haben „MeinFernbus/Fix Bus“ sowie die „Deutsche Post Mobility“ angemeldet. Eine ganz konkrete Anfrage zu möglichen An- und Abfahrtszeiten liegt im Rathaus aber noch nicht vor.

Der Fernbus-Markt boomt. Hagen und Siegen sind im Netz, Dortmund sowieso. Für vergleichsweise wenig Geld kommt der Fahrgast in die Metropolen, aber ebenso in die Berge oder an die Küsten. Ende vergangenen Jahres regte die SPD-Kreistagsfraktion an, das Angebot auf den Märkischen Kreis auszudehnen. „Gerade weil der Märkische Kreis nicht an den Schienenfernverkehr direkt angebunden ist, würde dieser Anschluss Sinn machen“, so die Fraktionsvorsitzende Angelika Machelett zur Begründung.

Als Haltepunkt brachte die Fraktion den Bereich an der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Süd ins Spiel. Über den Sonneborn-Kreisel sei die schnelle Anbindung an die Autobahn gewährleistet. Dort gebe es aber keine geeigneten Flächen auf städtischem Gebiet, die einen reibungslosen Halt mit Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten gewährleisten, gibt die Verkehrsplanerin zu bedenken. Auch eine Station in Höhe „Steakhaus Piepersloh“ an der Herscheider Landstraße wird kritisch gesehen, da es dort keine zügige Wendemöglichkeit für den Bus gibt.Der Römerweg an der Anschlussstelle Nord sowie der Bereich Obi (Brunscheider Straße) beziehungsweise der Eichholz im Bereich Mitte böten sich als Alternative an, so Nina Niggemann-Schulte. In allen Fällen sei die notwendige Infrastruktur vorhanden und der Zeitverlust für einen Halt gering. Für den Buswendeplatz im Eichholz müsse in einem konkreten Fall die Haltestellenbelegung durch die MVG geprüft werden. Bei den anderen Varianten sei die Taktdichte sehr viel dünner.

Ausnahmeregelung wäre nötig

Nach Angaben der Kreisverwaltung sind die Planungsabteilungen der beiden interessierten Busgesellschaften derzeit mit dem Netzausbau beschäftigt. Sollte sich ein Anbieter bereit erklären, Lüdenscheid in das bestehende Liniennetz einzubinden, so ist dafür wahrscheinlich eine Ausnahmeregelung notwendig. Denn der Mindestabstand von 50 Kilometern zwischen zwei Haltstellen würde unterschritten. „MeinFernbus“ hält unter anderem in Siegen, Dortmund und Wuppertal.

In der kommenden Woche Nächste Woche befasst sich der Verkehrsausschuss des Kreises mit der Thematik (Kreishaus, Mittwoch, 25. Februar, 17 Uhr).