Löst ein tiefes kehliges Lachen aus

Es rüttelte an der Klotür. Ich stand auf, schob mir die Sonnenbrille in die Stirn und riss die Tür auf. Sah einen jungen Kellner mit schwarzer Hose, Weste und Fliege. Sein Mund öffnete sich in einem lautlosen Schrei, aber an der Rundung stimmte etwas nicht. Lippen- und Zungenschwäche, dachte ich. Hätte als Kind zum Logopäden gehen müssen. Bestimmt nuschelt er jetzt. Buh! Sagte ich und ging an ihm vorbei ins Freie“.

Alina Bronskys schwarz-humoriger Roman „Nenn mich einfach Superheld“ befasst sich mit der Frage, wie man seinen Platz im Leben finden und erwachsen werden kann, wenn man zum „Anderssein“ gezwungen ist.

Hauptfigur ist der Jugendliche Marek, dessen Gesicht nach einer Kampfhundattacke entstellt ist und der sich nun selbst als „Monster“ sieht.Nicht nur sein Gesicht hat er „verloren“, sondern auch seine Verbindung zur Welt. Alte Kontakte sind gelöscht,er verkriecht sich in der Wohnung, hinter Sonnenbrillen, Zynismus. Mareks Chance aus dieser Depression heraus zu einer neuen Verbindung zum Leben zu finden liegen dann irgendwo zwischen der unfreiwilligen Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe mit anderen „bunt Versehrten“, der Liebe, einer Reise und einem plötzlichem Todesfall. Alles in Bronskys typischem Stil und Humorfarbe.

Empfehlenswert und wirklich herrlich böse! Löst kein flaches Kichern aus –aber ein tiefes kehliges Lachen!