Löschwasser aus Extra-Reservoir

Im Felsengarten der Stadthalle entsteht ein neues Wasserreservoir für das Löschwassersystem. Unser Bild zeigt (von links): Frank Hilgert (Techniker GWH), Markus Lüecke (Techniker Stadthalle), Rita Rachor-Ebbinghaus (stellv. technische Leiterin GWH), Jörn Raith (Geschäftsführer Stadthalle), Achim Krüger (Geschäftsbereichsleiter Technik GWH), Rolf Wenchiarutti (Technischer Leiter Stadthalle)
Im Felsengarten der Stadthalle entsteht ein neues Wasserreservoir für das Löschwassersystem. Unser Bild zeigt (von links): Frank Hilgert (Techniker GWH), Markus Lüecke (Techniker Stadthalle), Rita Rachor-Ebbinghaus (stellv. technische Leiterin GWH), Jörn Raith (Geschäftsführer Stadthalle), Achim Krüger (Geschäftsbereichsleiter Technik GWH), Rolf Wenchiarutti (Technischer Leiter Stadthalle)
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Noch wirkt das neue Löschwasser-Reservoir am Rande der Hagener Stadthalle ein wenig deplatziert. Doch allen Ästheten sei versichert: Der schnöde Funktionsbottich, der 160 Kubikmetern Wasser Platz bietet, ist für den künftigen Brandschutz der Stadthalle unerlässlich.

Hagen.. Noch wirkt das neue Löschwasser-Reservoir am Rande des wild-romantischen Felsengartens der Hagener Stadthalle ein wenig deplatziert. Doch allen Ästheten sei versichert: Der schnöde Funktionsbottich, der immerhin 160 Kubikmetern Wasser Platz bietet, ist für den künftigen Brandschutz der Stadthalle unerlässlich und wird mit dem Abschluss der Arbeiten durch Felsbrocken und Grün ein wenig kaschiert. Mit Beginn der sommerlichen Veranstaltungspause laufen die Sanierungsarbeiten am Frischwassersystem der Stadthalle auf Hochtouren. Für insgesamt 1,4 Millionen Euro werden die Trink- und Löschwasser-Systeme der Veranstaltungsstätte entflochten. „Wir begrüßen es sehr, dass die Sanierung unserer Frischwassernetze auf die Zielgerade einbiegt“, zeigt sich Stadthallen-Geschäftsführer Jörn Raith erleichtert, dass die Zeit der Provisorien bald ein Ende hat.

Desinfektion nicht mehr möglich

Bei Routine-Kontrollen war bereits vor mehr als drei Jahren aufgefallen, dass sich Keime und Mikroorganismen in den Rohren der guten Stube der Stadt tummelten, die sich selbst durch aggressive Desinfektionsmittel nicht mehr vertreiben ließen. Zumal die 35 Jahre alten Stahlrohre auch nicht mehr so vertrauenserweckend daherkamen, dass man sie intensiven Druckspülungen aussetzen mochte.

Ursache für die Verunreinigungen waren die unsteten Wasserströme im üppigen Leitungssystem der Stadthalle. Während das Nass in den über drei Ebenen sich schlängelnden und über Hunderte Meter sich verzweigenden, aber bislang niemals zum Einsatz gekommenen Feuerschutz-Sprinkleranlagen seit Jahrzehnten unbewegt vor sich hin gärte, flossen auch in den Sanitärbereichen der Künstler und Besucher nur zu Veranstaltungen nennenswerte Wassermengen. Eine ideale Brutstätte für Keimbildung, die geradezu nach einer Trennung der Trinkwasser- und Löschwassersysteme schrie.

Genau die wird jetzt umgesetzt: Während die Trinkwasser-Versorgung der Stadthalle künftig auf kurzen Wegen direkt aus dem Frischwassernetz erfolgt, funktioniert das Sprinklersystem völlig autark vom Hagener Wassernetz. Gespeist wird der Feuerschutz aus dem gerade im Bau befindlichen Extra-Reservoir. „Nach Schaffung der Gründungsflächen wurde zum Schutz des Wasserreservoirs und des Technikgebäudes zunächst ein Geröllfangzaun errichtet“, erläutert Frank Hilgert von der Gebäudewirtschaft (GWH) die Brandschutzvorkehrungen am Felsengarten-Parkplatz. „Aktuell wird das dazugehörige Technikgebäude errichtet, das demnächst u.a. die Druckerhöhungsanlage und die Notstromversorgung für die Pumpenanlagen beherbergt.“ Außerdem muss das Reservoir im Winter beheizt werden können, damit das Löschwasser bei strengem Frost nicht einfriert.

Neue Rohre werden verlegt

Die Verbindungsleitungen zwischen dem Wasserdepot und der Stadthalle wurden bereits im Erdreich verlegt, so dass sich Stadthallen-Chef Raith optimistisch gibt, dass die neue Sprinklereinspeisung bereits zum Start in die neue Spielzeit in Betrieb genommen werden kann. Parallel müssen für die Frischwasser-Versorgung der Sanitär- und Garderobenbereiche neue Kunststoff- und Kupferrohre installiert werden. Aus Kostengründen werden die Leitungen nicht etwa elegant in den Wänden versenkt, sondern auf Putz verlegt. Eine Kompromisslösung, mit der sich die Stadthallen-Besucher in Zukunft sicherlich gerne arrangieren: Dafür können sie sicher sein, dass ab sofort feinstes Frischwasser aus den Leitung strömt, das nicht etwa zuvor in irgendeiner vergessenen Leitung vor sich hin keimte . . .