"Local hero" oder Provinz?
11.06.2008 | 18:52 Uhr 2008-06-11T18:52:00+0200Für eine Woche Kulturhauptstadt sein, sieben Tage „local hero”, bundesweit mediales Interesse - klingt fantastisch.
Wenn's nicht gleich mehrere Knackpunkte gäbe: Die Rede ist nämlich von „Ruhr 2010” und demzufolge einer PR-Aktion, die in über zwei Jahren stattfinden soll. Sicher, Veranstaltungen mit Außenwirkung brauchen Vorbereitung, doch imagefördernde „Leuchttürme” sind auf der kleinteilig-überladenen Vorschlagsliste kaum auszumachen.
Zweite Hürde: Federführend in der Planung ist der Stadtmarketing-Verein, dessen existenzielle Zukunft in den Sternen steht. Und last but not least: Wenn Hagen aus dem RVR austreten sollte und sich mehr in Richtung Südwestfalen orientiert, wie sähe es dann mit der Begeisterung für das Ruhrgebiets-Projekt unter den Hagenern aus? Denn ohne bürgerschaftliches Engagement und finanzielle Unterstützung läuft wenig bis nichts.
„Ruhr 2010” sollte nicht an Hagen vorbeiziehen. Aber wie ein strahlender, lokaler Held präsentieren wir uns mit den bisher gesammelten Vorschlägen nicht. Eher wie Provinz.
20:31
Natürlich haben wir einen local hero. Den ältesten Westfalen und ältesten Ruhrgebiets-Menschen. Den gibt es in keiner anderen Stadt. Kunst, Theater und Jugendstil dagegen schon. Mit letzterem präsentiert sich Hagen als Provinz und als Mittelmaß. Die Blätterhöhle ist dagegen top, weil sie auch alle Bevölkerungsschichten anspricht und einzigartig ist.
Der RVR und Landschaftsverband, selbst in Düsseldorf hat man das längst erkannt. Nur Hagen hoppelt noch hinterher. Ich glaube, Jochen Weber wird einer solchen Stadt gut zu Gesicht stehen.