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Mordprozess

LKA-Beamter bestätigt Spuren des Angeklagten am Tatort

28.04.2010 | 22:52 Uhr
LKA-Beamter bestätigt Spuren des Angeklagten am Tatort

Hagen/Lüdenscheid.Im Verfahren um den Mord an einer jungen Prostituierten in einem Hagener Bordell hörte das Schwurgericht Personen aus dem Umfeld der Toten und Zeugen, die sich in Tatortnähe aufgehalten hatten. Auch offenbarte ein LKA-Beamter, wo am Tatort der angeklagte Lüdenscheider Abbas F. seine DNA hinterlassen hatte.

Der gewaltsame Tod der 24-jährigen Afrikanerin Eunice O. verschafft Prozessbeobachtern auf tragische Weise einen Einblick in die Welt der käuflichen Liebe. Mehrere Prostituierte, „Kolleginnen“ des Mordopfers, und die Wirtschafterin des Hagener Bordellbetriebs äußerten sich am Mittwoch vor dem Landgericht zu der Person der 24-Jährigen, ihrer Tätigkeit, Beobachtungen in der Tatnacht und wie sie die zu Tode strangulierte Frau entdeckt hatten. In der Szene war Eunice O., bei der ein fremder Pass gefunden worden war, als Lisa aufgetreten.

In Arbeitskleidung aufgefunden

„Sie war sehr nett, sprach wenig Deutsch. Sie hat jeden Tag bezahlt“, erinnerte sich die Wirtschafterin im Zeugenstand. „Die Lisa hat wirklich gut verdient. Sie war eine der Hübschesten.“ Perverse Sachen habe die junge Frau aber nicht gemacht. Entdeckt hatte die 66-jährige Zeugin die Leiche, nachdem das Opfer die „Miete“ am Morgen nach der Tat nicht, wie üblich, in einem Umschlag hingelegt hatte. „Da stimmt was nicht, habe ich gedacht. Ich bin sofort zu ihrem Zimmer gegangen, habe gerufen. Sie hat nicht geantwortet. Ich habe die Tür aufgemacht. Dann lag sie da tot.“ Und: „Sie hatte ihre Arbeitskleidung an – Büstenhalter und Höschen.“

Eine Kollegin des Opfers war erst kurz vor der Entdeckung des Verbrechens zur „Frühschicht“ erschienen. Die 55-Jährige erinnerte sich, die Tote auf dem Bett liegend gesehen zu haben. „Ich warf nur einen Blick rein – dann habe ich die Polizei gerufen.“

DNA unter Fingernägeln der Toten

In der Mordnacht soll ein Hagener Taxifahrer den angeklagten Abbas F. zurück nach Lüdenscheid gefahren haben. Im Zeugenstand schätzte er am Mittwoch, dass der Fahrgast gegen 4 Uhr morgens in sein Taxi gestiegen sei. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage einer weiteren Prostituierten: Die 25-Jährige versicherte, das Opfer habe zwischen 4 und 4.30 Uhr noch einen Freier gehabt. Nach ihrer Aussage gab es aber Hinweise darauf, dass die Zeugin in jener Nacht Alkohol getrunken und Kokain konsumiert haben soll.

Abbas F. indes hatte am Tatort Spuren hinterlassen. Ein LKA-Beamter bestätigte, dass sich die DNA des 26-Jährigen unter Fingernägeln der Toten, auf dem Gürtel, mit dem sie stranguliert worden war, auf dem zur Fesselung genutzten schwarzen Schal und auf ihrem Bustier befunden hatte. Bei den Spuren des angeklagten Lüdenscheiders hatte es sich zum Teil um Blutanhaftungen und Bluttropfen gehandelt.

Sylvia Mönnig

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