Liturgie mit Folklore südamerikanischer Regionen verbunden

Das Trio Zanate, der Projektchor unter der Leitung von Kantorin Bettina Pahnke und der Pianist Georg Nebel erfreute mit dem Solisten Raphael Pauß die Besucher in der Stiftskirche.
Das Trio Zanate, der Projektchor unter der Leitung von Kantorin Bettina Pahnke und der Pianist Georg Nebel erfreute mit dem Solisten Raphael Pauß die Besucher in der Stiftskirche.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Fernweh mag sich bei den Zuhörern eingestellt haben, als sie den mitreißenden und temperamentvollen Klängen Südamerikas lauschten. Denn für die Dauer eines Konzerts ließen die Musiker die Lenne durch Argentinien, Peru und Chile fließen. Von dort stammen die Melodien und Texte, mit der am Sonntag das Trio „Zanate“ und der Projektchor in der Elseyer Kirche die Zuhörer begeisterten.

Der Experimentier-Freude des Chores und der Leiterin Bettina Pahnke war das bunte und fröhliche Konzertprogramm zu verdanken, an dessen Ende großer Applaus des Publikums stand. Mit einem schwungvollen „Cantar“ eröffnete der Chor die Südamerika-Reise. Weil eine Reise mit Gästen noch spannender ist, hatten sich die Chorsänger zur Unterstützung einige Spezialisten für den lateinamerikanischen Klang eingeladen: Das Trio „Zanate“ aus Köln. Ausgestattet mit traditionellen Saiten-, Blas- und Schlaginstrumenten, wie etwa der argentinischen Zylindertrommel Bombo, verstärkte das Trio den Chor und steuerte weitere Stücke lateinamerikanischer Folklore-Musik bei.

Zum Konzertfinale stand dann die längere „Misa Criolla“ („Kreolische Messe“) des argentinischen Komponisten Ariel Ramirez auf dem Programm. Eine ganz besondere Messe ist diese Kirchenmusik allerdings, denn in ihr hat Ramirez den spanischen Text der Liturgie mit Folklore-Musik verschiedener südamerikanischer Regionen verbunden.

Den Solopart der „Misa Criolla“ übernahm ein starker Raphael Pauß, Tenor aus Düsseldorf. Er war kurzfristig für den erkrankten Wolfram Wittekind eingesprungen. Umso mehr Leidenschaft und Ausdruck spürten die Zuhörer in seinem Gesang, besonders im Credo und Sanctus der Messe.

Unter der gewohnt souveränen Leitung von Bettina Pahnke trumpften ebenfalls die Chorsänger in der „Misa“ auf, vor allem im kraftvollen Gloria. Seit Februar hatte der Chor intensiv gearbeitet. Mit tatkräftiger Unterstützung von Teresa Becker, einer gebürtigen Chilenin, lernten die Sänger die spanische Aussprache und Betonung der Texte.

Musik lebt von Improvisation

Auch für Chorleiterin Pahnke war die Arbeit mit südamerikanischem Liedgut eine neue Erfahrung: „Die lateinamerikanische Musik lebt von einiger Improvisation, nicht alles steht in den Noten. Wir mussten ein wenig mehr Lässigkeit entwickeln, um uns darauf einzulassen“, sagte Bettina Pahnke über die Probenarbeit. Die musikalische Fröhlichkeit sprang am Sonntag schnell auf die Zuhörer über. Manch einer hätte wohl gern noch länger mit den Musikern in Südamerika verweilt.