Liffers: „Müssen alle mit anpacken“

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Hohenlimburg.. Hohenlimburgs Innenstadt ist tot? „Nein, auf keinen Fall, stimmt überhaupt nicht“, so der Einzelhändler Markus Liffers, Inhaber des gleichnamigen Buchhandels an der Herrenstraße. Es lässt sich einiges bewegen – es müssen nur alle mit anpacken.

„Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder wir stecken alle den Kopf in den Sand oder wir müssen etwas tun“, so Markus Liffers, dem natürlich selbst viele leere Ladenlokale in der Innenstadt ein Dorn im Auge sind. Eines ist jedoch Fakt – weder Verwaltung noch die Werbegemeinschaft können dieses Problem alleine stemmen. Alle müssen, auch mit Engagement und Ideen der Hohenlimburger Bürger, an einem Strang ziehen.

Nach der letzten Sitzung des Arbeitskreises „Einzelhandel und Touristik“ (ein Arbeitskreis mit Beteiligung der Verwaltung, Stadtpolitik und Werbegemeinschaft) möchte Markus Liffers eine Diskussion anregen. „Es gibt immer viele Gerüchte um die Innenstadt. Manche sind wahr, manche nicht.“ Eine Kundin meinte neulich zum Hohenlimburger Buchhändler, dass einige Unternehmer ihre Läden geschlossen hätten, „weil sie keine Lust mehr hätten“. „Dem ist nicht so. Entweder waren sie zu alt oder machten Verluste, so dass sie zur Schließung gezwungen waren“, sagt Markus Liffers.

Das Problem des fehlenden Innenstadtlebens gibt es nicht nur in Hohenlimburg. Damit hat jede Kommune zu kämpfen. „Gründe dafür waren falsche Entscheidungen der Einzelhändler sowie das veränderte Kaufverhalten der Kunden. Das ist über viele Jahre passiert“, so Markus Liffers. Der Buchhändler ist fest davon überzeugt, dass sich in Hohenlimburg etwas bewegen lässt, wenn alle mithelfen. „Die Super-Idee, dass sich von heute auf morgen etwas tut, habe ich natürlich auch nicht. Es ist eine Generationsaufgabe.“

Die Werbegemeinschaft sowie die heimische Politik um Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss sind bereit, mitzuhelfen. Ein Hindernis gibt es jedoch bei einigen Vermietern. Es gab bereits viele Bemühungen, sie zu kontaktieren, die Resonanz war niederschmetternd. „Einige waren nicht kontaktierbar, einige wohnen gar nicht mehr in Hohenlimburg, haben keine neue Adresse hinterlassen“, so Liffers. Zudem seinen einige Ladenlokale vom Aufbau her (z.B. viele Treppen) nicht mehr zeitgemäß.

Liffers reichte in der Sitzung des Arbeitskreises „Einzelhandel und Touristik“ einige Ideen ein, die auch Anklang fanden. Eine davon wäre die Einrichtung eines „Stadtteilladens“, den es zum Beispiel in Wehringhausen gibt. Dieser könnte ein Anlaufpunkt für Gruppierungen oder Vereine sein, die sich engagieren wollen. Hier könnten „Nachbarschaftshilfen“ organisiert werden. „In Wehringhausen läuft das. Es kann auch in Hohenlimburg laufen“, so Liffers.

Eine zweite Bereicherung für die Innenstadt wären koordinierte Lieferdienste. „Manche Bereiche sind in Hohenlimburg über den öffentlichen Personen-Nahverkehr nicht oder nur schwer erreichbar“, sagt Markus Liffers. Die Folge: die Bürger ziehen aus diesen Stadtteilen weg. „Wir müssen dieses Problem nicht noch verschlimmern.“

Alle sind sich einig, dass etwas getan werden muss, doch ohne die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger ist das nicht zu bewerkstelligen. Mit Hilfe eines kurzen Fragebogens, der demnächst in den Hohenlimburger Geschäften ausliegen wird, wollen die Einzelhändler herausfinden, was sich die Bürger in der Innenstadt wünschen. „So können wir ganz gezielt nach Mietern suchen“, so Markus Liffers., der sich auch ehrenamtlich für den Förderverein „HohenlimBuch“ engagiert.