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Lehrplan oder Elternhaus?

20.01.2015 | 00:12 Uhr

Nach dem Posting der 17-jährigen Naina K. („Ich bin fast 18 und hab’ keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherung. Aber ich kann ‘ne Gedichtsanalyse schreiben. In vier Sprachen“), werden sich viele Schüler darüber bewusst, dass vieles, was sie in der Schule lernen, im weiteren Leben nicht wirklich weiter hilft.

Zweifellos ist dieser Meinung grundsätzlich Recht zuzusprechen, es gibt viele Pflichtfächer, in denen die Schüler einzig und ­allein ihre Zeit absitzen, während sie lieber Wissen für das „wirkliche“ Leben erlangen sollten.

Natürlich sind die Bemühungen der Lehrer, die Schüler auf das Leben vorzubereiten, nicht komplett von der Hand zu weisen, jedoch sind manche Bemühungen zu früh oder gar nicht im Lehrplan vorgesehen. Keinesfalls ist es verkehrt, wenn Schüler theoretisch ein breit gefächertes Wissen mitbringen. Jedoch sollte sich dies nicht auf rein theoretisches und fachbezogenes Wissen beschränken, sondern auch Praktisches für das Leben mit sich bringen.

Viele anstrebende Abiturienten sind unfähig, alleine ohne Mami und Papi als Unterstützung zu leben. Nicht einzig aus dem Grund, dass sie zu Hause bekocht werden und ihre Wäsche gewaschen bekommen, sondern aus dem Grund, dass sie alleine nicht einmal ihren eigenen Mietvertrag verstehen würden.

Fraglich ist jedoch, ob dieser Aufgabenbereich der Schule zuzuordnen ist, oder ob es die Aufgabe der Eltern ist, ihren Kindern zu erklären, wie man eine Steuererklärung schreibt.

Klar ist, dass es den Schülern an Lebenserfahrung mangelt und dass sie vieles lernen, was sie niemals anwenden werden.

Unklar jedoch ist, wie dies geändert werden kann und wer dies zu ändern hat.

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2015-01-20 00:12
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