Land verbietet Hagen Fernuni-Schilder
07.07.2010 | 11:42 Uhr 2010-07-07T11:42:00+0200
Hagen.Der Zusatz „Stadt der FernUniversität“ auf den Hagener Ortseingangsschildern verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung und muss wieder entfernt werden. Das teilte das NRW-Verkehrsministerium mit.
Das Land verbietet der Stadt Hagen, die Fernuniversität auf die Ortseingangsschhilder zu schreiben. Regierungspräsident Helmut Diegel soll den Hagener Oberbürgermeister Jörg Dehm, der die Anbringung des Schriftzuges im Alleingang veranlasst hatte, anweisen, die 95 Schilder wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen. „Durch den Zusatz sind die Hagener Schilder potenziell ungültig geworden“, teilte Mirjam Grotjahn, Sprecherin des Verkehrsministeriums, mit. „Sie sehen nicht mehr so aus wie im Gesetz vorgeschrieben.“
Paragraph 39 der Straßenverkehrsordnung und eine dazugehörige Verwaltungsvorschrift setzen genaue Vorgaben für Ortsschilder. Demnach müssen diese nicht nur gelb und rechteckig sein, sondern gestattet sind neben dem Ortsnamen lediglich die Zusätze „Stadt“, „Kreisstadt“, „Kreis“ oder „Landeshauptstadt“. Der Zusatz „Stadt der FernUniversität“ sei eindeutig nicht erlaubt, so das Verkehrsministerium. Zwar könne jeder Autofahrer aufgrund des gesunden Menschenverstandes davon ausgehen, dass es sich um Ortseingangsschilder handele. Doch wenn jemand kurz hinter einem Schild geblitzt werde, bestehe die Gefahr, dass er gegen den fälligen Bußgeldbescheid mit der Begründung klage, es sei im Sinne der Straßenverkehrsordnung kein gültiges Ortseingangsschild. „Und die Gerichte werden einem solchen Autofahrer womöglich Recht geben“, so Ministeriumssprecherin Grotjahn. Deshalb müsse RP Diegel beim Hagener OB auf der Entfernung des Zusatzes bestehen.
Schon Diegel hatte sich beim damaligen Verkehrsminister Wittke für den Zusatz eingesetzt
Pikant an der Geschichte ist, dass sich ausgerechnet Diegel schon zu Zeiten von Verkehrsminister Wittke für den Zusatz auf den Hagener Schildern eingesetzt hatte. Wittke erteilte dem RP jedoch eine dezidierte Absage. Das hinderte OB Dehm jedoch nicht, sich hemdsärmelig über die bürokratischen Bedenkenträger hinwegzusetzen: „Ich habe einfach entschieden: Wir machen das jetzt.“ Der drohenden Anweisung, den Zusatz wieder entfernen zu müssen, sieht das Stadtoberhaupt gelassen entgegen: „Für jedermann ist klar erkennbar, dass es sich um Ortseingangsschilder handelt. Es gibt doch wohl andere Probleme verkehrlicher Art in NRW als dieses.“
Eine Auffassung, die das Ministerum offenbar nicht teilt. Lasse man Dehm sein eigenmächtiges Handeln durchgehen, dann wolle womöglich bald jede Stadt in Nordrhein-Westfalen mit ihrem Charakteristikum auf dem Ortsschild werben. Ein Dorn im Auge ist den Beamten in Düsseldorf auch das große U in FernUniversität. Dies sei nicht nur orthographisch unkorrekt, sondern als Markenzeichen und somit als Werbung zu werten: „Und Werbung hat auf Verkehrszeichen erst recht nichts zu suchen“, so Frau Grotjahn.
In Bayern ist ein Zusatz auf Ortsschildern erlaubt
In einigen Bundesländern sind außergewöhnliche Zusätze auf Ortsschildern übrigens erlaubt, etwa in Bayern. Dort führt zum Beispiel Passau den Beinamen „Universitätsstadt“. Ob sich nach dem bevorstehenden Machtwechsel in NRW ausgerechnet ein Minister der rot-grünen Koalition die Position von Dehm zu eigen machen wird, bleibt abzuwarten. „Grundsätzlich handelt es sich hier ja nicht um eine Geschmacksentscheidung, die vom jeweiligen Minister abhängig ist“, so Sprecherin Grotjahn. Doch sie könne natürlich nicht voraussagen, wie sich ein neuer Verkehrsminister zu der Angelegenheit stelle.
Für den Hagener Rechtsanwalt Lutz Mollenkott, Experte für Verkehrsrecht, hat sich OB Dehm mit der Änderung der Schilder Befugnisse angeeignet, die ihm nicht zustehen: „Ein Verkehrszeichen ist ein hoheitlicher Akt. Da ist kein Platz für freischaffendes Künstlertum.“
08:16
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16:27
Oh, der Kreativling war auch an der Autobahnausfahrt Hagen-West tätig. Habe mich ebenfalls köstlich darüber amüsiert.
09:00
Ich bin gestern von der A46 aus am Landgericht vorbei. Das Ortseingangsschild dort wurde von einem Spaßvogel überklebt, aber sehr fachmännisch. Dort steht ein wahrer Satz:
Stadt Hagen - Stadt der Vollidioten
Ich habe mich kaputt gelacht, mußte rechts ranfahren...
23:08
Ortseingang Haspe Vogelsanger Str: Der Aufkleber ist nicht mittig, das sieht noch schlimmer aus. Das sieht nicht nach Ruhm, sondern eher nach Blamage aus..
22:59
Vielleicht sollte man langsam dazu übergehen, den Schriftzug Hagen gegen Schilda auszutauschen. Wir machen uns ja nur noch lächerlich.
17:01
Hätte sich eigentlich jemand aufgeregt, wenn die Bezirksregierung geschwiegen hätte? Nö. So sorgts für 77 Kommentare...großartig!
07:20
ich glaube, es darf nichts an oder über diesen Ortseingans/ausgangsschildern montiert werden, vor allem nichts, was die gleiche Farbe oder Größe dieser Schilder hat. Möchte mich aber nicht festlegen und warten, bis hier ein wirklicher Experte schreibt. Weiße Schilder mit schwarzer Schrift geht aber bestimmt.
22:04
Also, das ist doch ganz einfach zu lösen:
1. Alle Ortseingangsschilder werden wieder STVO-gerecht hergestellt, also Folie runter !
2. Die Fernuni wird dann auf einem Zusatzschild präsentiert, das von mir aus unter den Ortseingangschildern montiert wird.
So hätte es von Anfang an laufen müssen, fragt doch nur mal die Experten ! Leider entsteht jetzt zusätzlicher Aufwand, den derjenige übernehmen muss, der sich nicht vor Umsetzung der Maßnahme nach einer korrekten Vorgehensweise erkundigt hat. Schade, aber die Sponsoren sind sicher nochmal zu motivieren !!
Euer aller Expertenteam Hamm
18:51
CDU Marketing pünktlich zum Fernunifest am 9.7.2010.Ansonsten Bundessparprogramm bei
Sozialleistungen ,es gibt auf EU Ebene gedankliche Modelle für die Rente mit 70 Jahren.
23:08
Besser noch: Die Stadt mit den meisten Versagern in der Rathausspitze.