Längst überholtes Relikt

Keine Ortsangabe im Arbeitszeugnis/Kommentar. Ich kann die Auffassung von Herrn Koch nicht teilen. Als Personalvertreter bei einer früheren Oberpostdirektion war ich für alle entstehenden EDV-Lösungen bei den Post- und Fernmeldeämtern zuständig. Bei allen personenbezogenen Daten, die erfasst wurden, habe ich zum Schutz der Erfassten immer gefragt, für welchen Zweck die einzelnen Daten benötigt wurden. Gab es keine nachvollziehbare Begründung, haben wir Personalvertreter die einzelnen Kriterien auch nicht zugelassen.


Den gleichen Maßstab kann man auch bei den Arbeitszeugnissen anwenden. Was nicht dem Informationscharakter des Zeugnisses dient, hat auch nichts darin zu suchen. Der Geburtsort hat nichts mit den Informationen zu tun, die ein Zeugnis hergeben soll. Es geht hier nicht um ein Geschäftsfeld für Anwälte, es geht hier um Grundsätze, die einzuhalten sind. Warum hat das Unternehmen nicht schlicht und einfach dieses Kriterium wieder aus der Beurteilung entfernt? Dann wäre der Gang zum Arbeitsgericht erspart geblieben. Ich finde eine andere Frage viel interessanter: Wieso händigt man Arbeitnehmern immer noch Zeugnisse mit Verschlüsselungen aus, die sie nicht verstehen sollen? Ist dieses Relikt nicht längst überholt?

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