„Kunst für Jungs“ nur für Männer

Der amerikanische Mythos lebt im Museum wieder auf. Im Bild eine Harley Davidson.
Der amerikanische Mythos lebt im Museum wieder auf. Im Bild eine Harley Davidson.
Foto: Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
  • Museumstour nur für Männer
  • Neue Idee flankiert Ausstellung „Fotorealismus“ im Osthaus-Museum
  • Erst Kunst-für-Jungs-Führung, dann Burger-Menü

Hagen-Mitte..  Chromblitzende Chevrolets, schwere Harley Davidsons, deftige Burger im Fast-Food-Restaurant – alles Motive, die den Mythos Amerika widerspiegeln. Und typische Bilderwelten, die der Fotorealismus aufgreift und damit zweifelsohne besonders Männer anspricht.

Mit diesem Wissen kam Melanie Redlsberger die Idee, eine Tour durchs Osthaus-Museum nur für Männer anzubieten. „Kunst für Jungs“ nennt die Mitarbeiterin des Kulturbüros, die freiberuflich auch Führungen durchs Kunstquartier anbietet, ihr neues und deutschlandweit vermutlich einzigartiges Angebot.

Technik als Türöffner

Zum einen habe sie sich eine Zielgruppe ausgesucht, mit der „man ordentlich Spaß haben kann“, formuliert die Kulturwissenschaftlerin handfest, zum anderen möchte sie Männer mal nicht als Begleiter von Frauen (Redlberger: „Meist organsiert doch die Frau den Kunstmuseumsbesuch und der Mann geht mit.“), sondern als Entscheider begrüßen. Technikmuseen klammert sie natürlich aus, und darum will die Kunstexpertin im Vorfeld und während ihrer Führungen auch Technik als Türöffner nutzen. „Der Fotorealismus basiert häufig auf computerlastigen Bildern und ausgefeilter Technik.“

Redlberger ist mit Engagment dabei, ihre Idee an den Mann zu bringen. Dafür war sie in Autohäusern und Motorradläden unterwegs, hat dort Museums-Flyer ausgelegt und von den geplanten Führungen geschwärmt, „und die Reaktionen waren durchweg positiv“.

Termine für Führungen für Gruppen bis zu 25 Personen werden nach Absprache vereinbart, angesprochen fühlen sollen sich Freundeskreise und Vereine. „Und es ist doch auch eine schöne Idee für eine alternative Weihnachtsfeier. Eine Stunde im Museum dem amerikanischen Mythos nachspüren und danach in einem Burger-Restaurant in Museumsnähe weiterfeiern, das hat doch was, oder?“, fragt Redlberger euphorisch.