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Demonstration

Kultur ist der Strom für diese Stadt

25.06.2009 | 18:45 Uhr
Kultur ist der Strom für diese Stadt

„Wir sind hier, weil wir einfach nicht akzeptieren wollen, dass das Theater kaputt gespart wird.” Marianne Schmidt, selbst Mitglied der Volksbühne, schritt gestern Seite an Seite mit den Kolleginnen Charlotte Schmitz und Ingrid Meyer durch die Innenstadt.

Den älteren Damen voraus gingen viele junge Menschen mit Transparenten oder Instrumenten in der Hand. „Kultur ist Daseinsfürsorge”, „...nicht vom Brot allein” und „Kunst öffnet Augen - auch Politikern” ist dort zu lesen und macht den Passanten schnell deutlich, dass Hagens Kulturschaffende und diejenigen, die im Theater oder in den Kulturzentren vor der Bühne sitzen, gegen die Sparpläne der Stadt demonstrieren. Dabei sind die Hagener, angeführt von Sparkassenchef Klaus Hacker, Dr. Ulrich Schumacher und Theaterintendant Norbert Hilchenbach, nicht alleine. Vertreter aller NRW-Orchester bekunden ihre Solidarität mit den Hagener Musikern und Künstlern. Selbst NRW-Generalintendant Michael Schulz ist aus Gelsenkirchen an die Volme geeilt, um ein Zeichen zu setzen.

Und während die Hagener Volksvertreter im Rathaus am Wasser über die Sparpläne im Kulturbereich in einer Höhe von vorerst 2,5 Millionen Euro (800 000 Euro soll das Theater mindstens einsparen) beraten, wird vor der Tür diskutiert und musiziert.

Schnell macht das Gerücht die Runde, der Oberbürgermeister habe die vielen Feuerwehrleute vor dem Rathaus antreten lassen, um eine Störung der Ratssitzung zu verhindern. Doch weit gefehlt, die Blauröcke demonstrieren selbst. Natürlich geht's auch bei ihnen ums Geld.

Kein Gerücht, und das erfahren die Demonstranten bei ihrer anschließenden Kundgebung auf dem Friedrich-Ebert-Platz von Moderator Christoph Rösner, ist allerdings der Stromboykott der Stadt. Weil sich die Demonstration gegen die Stadt und ihre Funktionsträger richte, könne die Stadt keinen Strom für die Verstärkeranlage zur Verfügung stellen, hieß es bei den Vorbereitungen aus der Etage des Oberbürgermeisters. Dass Hagens DGB-Chef Jochen Marquardt dennoch lautstark verstärkt seine Solidarität bekunden konnte, ist der Geschäftsführung der Volmegalerie zu verdanken. „Kultur ist Strom für diese Stadt. Den können wir nicht einfach abdrehen”, so Marquardt.

Andreas Reitmajer

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28.06.2009
18:46
Kultur ist der Strom für diese Stadt
von Exhagener | #3

Oh Gott, wie kleinlich und provinziell! Nur weil den Ohn-Mächtigen dieser Stadt eine Demonstration gegen ihre inkompetente Politik nicht passt, dreht sie ihren Bürgern kurzerhand den Strom ab. Hat dieser kleinliche OB mal etwas davon gehört, dass es eine vom Grundgesetz (!) gedeckte Demonstrations- und Meinungsfreiheit gibt?? Was für ein bedenkliches Demokratieverständnis scheint da in Hagen zu herrschen. Wie verzweifelt müssen diese Leute sein...!

26.06.2009
09:36
Kultur ist der Strom für diese Stadt
von derNoergler | #2

Nicht jeder Protest ist in der Sache richtig. Also muss nict sofort reagiert werden, sondern mit den Beteiligten diskutiert.
Die Aussage des OB Bueros, dass sich die Demonstration GEGEN die Stadt richtet, stimmt so nicht. In erster Linie war diese Veranstaltung eine Demo FUER unsere Stadt.

25.06.2009
19:30
Kultur ist der Strom für diese Stadt
von Volmespatz | #1

Angesicht der Proteste stellt sich die Frage: Wann endlich stellen die Verwaltungsleute aus der Zukunftskommission den Verwaltungswasserkopf auf den Prüfstand. Vor allem die Gebäude- und Immobilienbewirtschaftung und die Bauverwaltung, beides personell üppig ausgestattete Bereiche, glänzten in der letzten Zeit nicht gerade durch Erfolge. Kommissionsmitglied Kessens Hauptamt, davon reden wir mal nicht. Wie eine Krake haben sich diese Herrschatten immer neue Gebiete und Aufgaben geschaffen, doch wenns um Kompetenz und Fachwissen geht, dann müssen die meisten dort passen.

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