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Krise beim Finanzamt noch nicht angekommen

18.02.2009 | 17:32 Uhr
Krise beim Finanzamt noch nicht angekommen

Hagen. Bankenkrise hin, aufziehende Wirtschaftskrise her: In Hagen wurde im Jahr 2008 ausgesprochen gut verdient. Erstmals seit der Einführung des Euro haben wir im Vorjahr die Milliardengrenze überschritten", bilanziert Hagens Finanzamtschef Wilhelm Brandt.

Insgesamt 1,056 Milliarden Euro zahlten die Steuerbürger an Volme und Lenne 2008 in die örtliche Finanzamtskasse. Das waren 8,15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Ursächlich dafür waren die hervorragende Konjunktur und mehr Beschäftigung”, betont der Behördenleiter. Die Zahlen unterstreichen dies: Bei der Lohnsteuer wurde mit 392,7 Millionen Euro gegenüber 366,1 Millionen Euro 2007 ein Plus von 6,78 Prozent erzielt, bei der Einkommenssteuer mit 72,9 Millionen Euro gegenüber 57,2 Millionen Euro 2007 sogar ein Zuwachs von 21,5 Prozent, und bei der Umsatzsteuer stiegen die Einnahmen von 357,7 auf 389,6 Millionen Euro, was einem Plus von 8,19 Prozent entspricht.

Mehr als verdoppelt haben sich seit 2004 die Einnahmen aus der Körperschaftssteuer. Vereinnahmte das Finanzamt seinerzeit 30,3 Millionen Euro aus dieser Quelle, waren es im Vorjahr 73,8 Millionen Euro. „Das hat unter anderem mit der stetig steigenden Zahl von GmbH-Eintragungen zu tun”, weiß Wilhelm Brandt. Ordentlich kassiert hat das Amt 2008 auch im Bereich der sogenannten Besitz- und Verkehrssteuern. 45,4 Millionen Euro kamen auf diese Weise herein, 16,87 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wichtigster Posten in diesem Bereich war die Kapitalertragssteuer mit 33,1 Millionen Euro. Vom guten Verlauf der Lohn- und Einkommenssteuer haben 2007 auch die katholische und die evangelische Kirche profitiert: 24,7 Millionen Euro Kirchensteuern kamen herein, 1,7 Millionen Euro mehr als im Jahr 2007.

Der erste Monat des laufenden Jahres war fürs Hagener Amt durchaus noch kein Krisenmonat. Der Behördenleiter: „Wir haben 127 Millionen Euro eingenommen, das waren noch einmal 4,6 Prozent mehr als im Januar 2008”. Allerdings ist dieses Aufkommen der Situation 2008 zuzurechnen. Brandt: „Wirtschaftliche Veränderungen und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt kommen beim Finanzamt mit sechs- bis achtwöchiger Verspätung an”.

Wichtig für alle Arbeitnehmer: Im Eingangsbereich des Finanzamts liegt ab sofort die neueste Software (Elster) für die elektronische Steuererklärung kostenlos aus.

Den Kommentar zum Text lesen Sie hier.

Reinhard Kolwe

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