Krippner-Kritik an Bezirksbürgermeister

Hohenlimburg..  In Hohenlimburg scheint sich eine neue „politische Kultur“ aufzutun. Denn Mark Krippner, stellvertretender Bezirksbürgermeister, SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Fraktionschef im Rat der Stadt Hagen, attackiert einige Tage nach der Sitzung der Bezirksvertretung in einer Presseerklärung Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss vehement.

Geschäftsordnung anschauen

Krippner schreibt: „Zum wiederholten Male stellt die SPD-Fraktion fest, dass die Sitzungsführung der Bezirksvertretung nicht sachgerecht und eher diffus geführt wird. Herr Voss sollte sich unsere Geschäftsordnung mal genau anschauen. Uns ist jedenfalls nicht bewusst, dass man neuerdings unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen auch Anträge stellen kann. Auch muss Herr Voss über weitergehende Anträge abstimmen und sie nicht, unter den Tisch fallen lassen“, kritisiert der SPD-Politiker. „So geschehen in der letzten Sitzung unter dem Tagesordnungspunkt Fußgängerzone in Hohenlimburg.“ (Diese Zeitung berichtete).

Nach Meinung der SPD wurde hier eine Entscheidung getroffen, die weder zeitgemäß noch sinnvoll ist. „Sind die geplanten Parkplätze auf dem Brucker Platz besetzt, dann können die dort hineinfahrenden Autofahrer nicht mehr problemlos wenden. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als bis in die Fußgängerzone zu fahren, um dort zu drehen und wieder den Rückweg anzutreten“, beschreibt Mark Krippner das nach seiner Meinung bevorstehende Chaos. Bereits in der BV-Sitzung hatte SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat kritisiert, dass auf dem Weg zum Brucker Platz ein Verkehrschaos drohen könne. Das hatte die CDU jedoch entkräftet.

Vor diesem Hintergrund der möglichen Verkehrsproblematik habe er, so Krippner, den weitergehenden Antrag, die Fußgängerzone in Gänze für den Autoverkehr zu öffnen, gestellt. „Herr Voss hat das gar nicht beachtet und in der Folge auch nicht darüber abstimmen lassen. Eine solche Sitzungsführung werden wir in Zukunft in Hohenlimburg nicht mehr hinnehmen.“

Der Beschluss, auf dem Brucker Platz ein paar Parkplätze anzulegen, sei deshalb zu früh und einseitig gefasst worden.

Ein Beschluss ohne Not

Die Dezernentin Margarita Kaufmann hatte seitens der Verwaltung zugesagt, bis zum Sommer ein umfassendes Verkehrs- und Parkkonzept für die Hohenlimburger Innenstadt vorlegen zu wollen. „Jetzt haben wir ohne Not eine Maßnahme beschlossen und wissen gar nicht, ob sie in ein noch zu erarbeitendes Gesamtkonzept passen wird“, bringt Mark Krippner in dieser Presseerklärung seinen Ärger zum Ausdruck.