Kriegsfotograf wird nicht in die Türkei hinein gelassen

Mutig und neugierig – das sind zwei Wörter, die Andy Spyra sehr treffend beschreiben. Denn Andy, der 31 Jahre alt ist, hat einen gleichzeitig aufregenden, aber auch sehr gefährlichen Beruf. Er ist Fotograf. Und zwar in Kriegsgebieten. Er reist mit seiner Kamera dorthin, wo niemand von uns wirklich sein möchte und wovor viele Menschen die Augen verschließen. In Krisengebiete. In Länder, wo Bürgerkrieg herrscht. Wo Menschen unterdrückt werden oder wo Gewalt leider zum ganz normalen Alltag gehört. In Kaschmir (Indien) oder im Nahen Osten oder in Bosnien oder in Syrien.

Jetzt wollte sich Andy Spyra auch wieder auf den Weg machen, um für das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ Fotos im Osten der Türkei zu schießen. Doch weiter als auf den Flughafen von Istanbul hat er es diesmal nicht geschafft. Dort fingen ihn vier Polizisten ab, durchsuchten seine Sachen und erklärten dann einfach, dass von Andy Spyra eine Gefahr ausgehen könnte. Das würden auch Fotos beweisen, die man auf seinem Handy fand. Aber: Seine Kameraausrüstung ist weder gefährlich, noch zeigten die Fotos, dass er ein Terrorist sein könnte. Denn es waren Bilder von seiner Foto-Reise in den Irak, wo er kurdische Kämpfer und christliche Milizen fotografierte und dabei selbst eine Sicherheitsmontur trug. Spyra wurde von der Türkei sofort wieder nach Deutschland abgeschoben. Zu Unrecht, wie er und seine Redaktion finden. Foto: Kleinrensing