Kreative Ideen für die Region sollen Fördermittel loseisen

Breckerfeld..  Neue Türme auf den Höhen zwischen Breckerfeld und Wetter, Rad und Wanderwege entlang der Ennepe, städteverbindende Moutain­bikestrecken, Radfahrer-Zubringerbusse nach Breckerfeld, Touren in die Täler, der Bau von Ladestationen für E-Bikes sowie die behutsame Entwicklung des Tourismus an der Glör für Tages- und Wochenendbesucher – es gibt viele Ideen, die den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis und die Hansestadt voran bringen könnten. Geboren wurden sie am Donnerstag beim zweiten Regionalforum zur Bewerbung der „Region zwischen Ennepe und Ruhr“ um die Aufnahme in das Förderprogramm Leader.

Viele Impulse

Viele Bürger sowie Vertreter von Unternehmen und aus den Verwaltungen der beteiligten Städte Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Sprockhövel und Wetter waren in die Aula der St.-Jacobus-Schule gekommen. Ebenso Mitarbeiter des Regionalverbands Ruhr (RVR) und des EN-Kreises. „Ich hoffe, dass von hier viele Impulse ausgehen“, betonte Bürgermeister Klaus Baumann ausdrücklich. „Ziel muss es sein, als Förderregion aufgenommen zu werden.“

In drei Gruppen, die sich jeweils in zwei Runden 45 Minuten lang mit Tourismus, Naherholung, Natur, Kulturlandschaft, Klimaschutz, erneuerbare Energien, Mobilität, Dorferneuerung und Dorfentwicklung befassten, wurde intensiv gearbeitet. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt. Wichtig sei es, bereits vorhandene und neue touristische Angebote in den Städten der Region sollten miteinander verknüpft werden. Neue Angebote im Bereich „Kultur an ungewöhnlichen Orten“ wurden angeregt. Eine Künstlergruppe hat bereits gemeinsam mit dem RVR ein „Glörfestival“ angedacht. Um die Angebote bekannt zu machen, müssten sie zentral im Internet abrufbar sein. Zusätzlich wurde als Leitprojekt die Darstellung von Aktionen unter dem Titel „Blick auf die Region mit Smartphone“ angeregt. Dazu gelte es, auch an den Wochenenden Info-Stellen zu schaffen.

Musterdorf zum Thema Energie

Es wurde bedauert, dass für Windkraft und Wasserkraftanlagen nur wenige Standorte zur Verfügung stehen. Gesteigert werden solle die Nutzung von Holzhackschnitzeln zur Heizung. Es solle ein „Musterdorf“ errichtet werden, das auf erneuerbare Energien ausgerichtet ist. Im Bereich Dorferneuerung und -entwicklung wurde für alle Städte als Leitmotiv die Aufwertung von städtischen Plätzen und Parks gefordert. Dort könnten durch Infrastruktur (z. B. Strom, Wasser, Kanal) Begegnungsmöglichkeiten für Bürger entstehen.

Speziell für Breckerfeld gab es folgende Vorschläge: leerstehenden Ladenfläche am Ostring-Zentrum sollen ebenso als Begegnungsstätte genutzt werden wie der Turm der Evangelischen Kirche. Daneben soll es eine Analyse zur Aufwertung der Innenstadt geben. Dabei war klar: Auch mit Leader-Förderung wird der Bau einer Umgehungsstraße nicht möglich sein.

Dr. Jürgen Schewe, dessen Planungsbüro „MSP Impulsprojekt“ von den fünf Städten mit der Koordinierung der Bewerbung beauftragt wurde, hat jetzt die Aufgabe, die Ideen zu ordnen, zu bewerten und mit denen aus allen Regionalforen zu einem Konzept zusammenzubringen. Daneben wird das Büro nach den weiteren Regionalforen am 12. Januar (19 Uhr, Haus Ennepetal) und am 19. Januar (20 Uhr, AWo-Haus Silschede) die Abschlussveranstaltung am 26. Januar im Haus Ennepetal vorbereiten.

Lenkungskreis formiert sich

Dort soll auch ein „Lenkungskreis“ gegründet werden, der bei erfolgreicher Bewerbung das Programm begleiten soll. In diesem Kreis sollen Mitglieder aus den Räten und der Verwaltung und Bürger sowie Vertreter aus Wirtschaft, Institutionen und Vereinen sitzen.