„Krankenhaus Elsey befindet sich in einem starken Verbund“

Ursula Göbel (54) hat zum 1. Januar (2015) die Aufgaben einer Geschäftsführerin des Elseyer Krankenhauses übernommen.
Ursula Göbel (54) hat zum 1. Januar (2015) die Aufgaben einer Geschäftsführerin des Elseyer Krankenhauses übernommen.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Die Krankenhauslandschaft ist in dieser Woche gewaltig in Bewegung geraten (diese Zeitung berichtete ausführlich). Hat der Zusammenschluss des Allgemeinen Krankenhauses Hagen mit dem evangelischen Bethanien-Krankenhaus in Iserlohn auch Auswirkungen für das Elseyer Haus? Wir sprachen darüber mit der neuen Geschäftsführerin Ursula Göbel.


Frage: Das AKH hat aktuell das Iserlohner Bethanien-Krankenhaus übernommen; die katholischen Krankenhäuser aus Hagen und Iserlohn bieten unter der Federführung des Sankt-Elisabeth-Hospitals aus Iserlohn ebenfalls eine starke Allianz. Das Elseyer Krankenhaus ist deshalb, wie das gallische Dorf, scheinbar in der Krankenhauslandschaft eingekesselt und somit isoliert. Hatten Sie deshalb zuletzt schlaflose Nächte?
Ursula Göbel: Wir haben als Diakonie in Südwestfalen relativ lange und offene Gespräche mit dem Krankenhaus Bethanien und somit mit der Diakonie Mark / Ruhr geführt und bedauern es deshalb wirklich, dass es nicht zu einer intensiveren Zusammenarbeit gekommen ist. Aber schlaflose Nächte habe ich deshalb nicht, denn es gibt auch noch andere Optionen. Darüber hinaus befindet sich das Krankenhaus Elsey in der Diakonie in Südwestfalen in einem starken Verbund. Auch wir können dadurch Synergieeffekte nutzen. Diese wären sicherlich größer, wenn die Entfernungen zu den Häusern im Raum Siegen nicht so weitläufig wären.


Wie wird die Diakonie aus Südwestfalen, wie wird das Elseyer Krankenhaus auf diese neue Situation reagieren? Gibt es in unmittelbarer Nähe noch mögliche Partner, um ebenfalls eine starke Phalanx zu bilden?
Wie zuvor schon ausgeführt. Wir werden an einer anderen Möglichkeit arbeiten. Mit dem Marienhospital in Letmathe liegt ein anderes Haus in unmittelbarer Nähe. Mit der Mutter, der Kreiskrankenhaus GmbH in Lüdenscheid, hat es bereits in den Vorjahren Verhandlungen über eine Zusammenarbeit gegeben. Deshalb sind wir intensiver denn je im Gespräch.


Beim Pressegespräch am Dienstag in der Waldstadt Iserlohn wurde betont, dass kleine Häuser zukünftig keine Überlebenschance mehr hätten. Was antworten Sie diesen Experten?
Es ist unstrittig, dass es wirtschaftlich für kleine Häuser schwierig ist. Vieles wäre bei einem Zusammenschluss mit Bethanien auch für uns besser aufgestellt gewesen. Aber es gibt, wie dargestellt, auch andere Optionen. Die Spezialisierung bleibt im Gesundheitswesen weiterhin ein Thema. Das Krankenhaus Elsey ist durch den starken Fachbereich der Behandlung von Alkohol, Drogen und Medikamentenabhängigen in Verbindung mit der starken Fachabteilung der Inneren Medizin gut aufgestellt und über die Region hinaus anerkannt.


Ist durch diese neue Situation, durch den Zusammenschluss des AKH mit dem Bethanien-Krankenhaus, die angelaufene Kooperation des Elseyer Krankenhauses mit Bethanien gefährdet?
Wir haben einen Vertrag geschlossen und gehen davon aus, dass dieser weiter Bestand haben wird. Die Zusammenarbeit ist zunächst für fünf Jahre vorgesehen. Natürlich ist uns bewusst, dass solche Verträge jederzeit auch kündbar sind. Aber davon gehen wir nicht aus.


Abschließend noch eine Frage zum eigenen Haus. Die Cafeteria ist an den Wochenenden geschlossen. Es gibt für Patienten und Besucher keine Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken oder ein Stückchen Kuchen zu essen. Welche Ideen haben Sie, um dieses fehlende Angebot wieder bieten zu können?
Das ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Mitte des vergangenen Jahres ist die Cafeteria an den Wochenenden geschlossen worden, weil sich diese Tage nicht mehr gerechnet haben. Es macht keinen Sinn, eine Cafeteria zu öffnen, wenn diese kaum aufgesucht wird. Kaffee, wenn auch aus Automaten, bekommen Besucher und Patienten bei uns natürlich weiterhin. Wir suchen nach einer Lösung und machen uns intensive Gedanken, um zu gewährleisten, dass Patienten oder Besucher auch an den Wochenenden ein Stückchen Kuchen oder einen Snack bekommen.