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Transfer Korea-NRW

Koreaner residieren an der Volme

20.06.2012 | 15:30 Uhr
Die Künstler-Gäste aus Korea mit ihren deutschen Partnern im Hagener Osthaus-Museum. Foto: Andreas Thiemann

Hagen.  Mit einem abermals höchst ambitionierten Kunst-Projekt setzt das Hagener Karl Ernst Osthaus-Museum seinen Weg der internationalen Öffnung konsequent fort.

Mit einem abermals höchst ambitionierten Kunst-Projekt setzt das Hagener Karl Ernst Osthaus-Museum seinen Weg der internationalen Öffnung konsequent fort.

Unter der Dachorganisation des NRW-Kultursekretariats beteiligt sich das Osthaus-Museum an dem Austauschprogramm „Transfer Korea-NRW“, das sich insgesamt über einen Zeitraum von drei Jahren erstreckt.

Neben Hagen nehmen auch noch das Kunstmuseum Bonn sowie die Düsseldorfer Kunsthalle an der Initiative teil; auf koreanischer Seite beteiligen sich drei Kultur-Häuser aus dem Großraum Seoul. Jeweils sieben Künstlerinnen und Künstler aus NRW und Korea wurden in den vergangenen Monaten aus insgesamt mehr als 120 Bewerbungen ausgesucht. Das Partnerland Korea wurde bereits 2010 ausgewählt.

Dr. Christian Esch, Direktor des NRW-Kultursekretariats, ist mit der Landes-Entscheidung sehr zufrieden: „2013 feiern wir 130 Jahre diplomatische Beziehungen sowie 50 Jahre Anwerbeabkommen mit Südkorea. Da passt unsere Transfer-Aktion bestens in die Zeit.“

Kunst-Sight-Seeing durch NRW

Mit etwa 400.000 Euro finanziert das NRW-Sekretariat den Kulturaustausch, Korea bietet die annähernd gleiche Summe auf, hinzu kommen noch einige Sponsoren, zu denen auch die beteiligten Städte gehören. Mit Stipendien werden die beteiligten Künstler bei ihren jeweils zweimonatigen Aufenthalten vor Ort finanziell begleitet. Sie sollen währenddessen oder im Anschluss Kunstwerke der verschiedensten Gattungen anfertigen, die wiederum im kommenden Jahr im Rahmen von sechs Ausstellungen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

In welchen Städten die koreanischen Teilnehmer residieren wollen, muss sich in den nächsten Tagen entscheiden. Gegenwärtig touren sie quasi mit einem Kunst-Sight-Seeing durch NRW. Dass auch Hagen Gäste aus Korea bekommen wird, steht allerdings zweifelsfrei fest. Direktor Esch: „Zwischen sanftem Druck und kreativer Freiheit wird die Auswahl getroffen werden müssen.“

Düfte im Osthaus-Museum

Nach Ansicht von Dr. Tyfun Belgin, Direktor des Hagener Osthaus-Museums , ist das Transfer-Projekt von herausragender Bedeutung für sein Haus: „Die Koreaner sind sichtlich beeindruckt von unserem Museum, und wir werden ihren Arbeiten auch schon während des Entstehungsprozesses in diesem Jahr den notwendigen Präsentationsraum zur Verfügung stellen. Ansonsten schätze ich vor allem die Chance, neue Kontakte und Netzwerke auf internationaler Ebene, nun sogar mit Fernost, knüpfen zu können. Davon werden wir ganz bestimmt auch noch weit über die Transfer-Zeit fruchtbar zehren.“

Der neunte Transfer dieser Art

Seit 1989 ist der Korea-Austausch inzwischen der neunte Transfer dieser Art. Damals hatte das Kultursekretariat mit Künstlern aus der DDR den Anfang gemacht. „Eine Fortsetzung hat sich ja dann aus den bekannten historischen Gründen erübrigt“, so Esch.

In welcher Form die Kreativen in der neuen Transfer-Auflage tätig werden, liegt in ihrem jeweiligen Ermessen. Ja selbst, ob sie überhaupt ihre Auslandserfahrungen in die eigene Kunst einfließen lassen, ist nicht Gegenstand der Teilnahme-Bedingungen, wird dann aber doch wohl in aller Regel darauf hinaus laufen. Bilder, Skulpturen, Videos oder Installationen - alles ist möglich und wird dem Anschein nach auch seinen entsprechenden Niederschlag finden.

In Hagen werden jedenfalls zwei Wohnungen für den Künstler-Besucher aus Korea im Herbst zur Verfügung gestellt. Zudem werden natürlich die Kontakte zur regionalen Kunst- und Kulturszene für die Gäste vermittelt. Öffentliche Vorträge und Begegnungen ergänzen alsdann die breite Palette der Eindrücke für alle Beteiligten.

 

Pop und Kunst im Osthaus Museum

Andreas Thiemann

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2012-06-20 15:30
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