Hagen

Kolumbianische „Studis“ zu Besuch in Hagen

Stehend: Ewald Rack, Christian Clever, Rainer Schiffers, Julia Floren, Thomas Liug, sitzend: Thomas Lenz, Danilo Vargas, Juan Delgado (von  links).
Stehend: Ewald Rack, Christian Clever, Rainer Schiffers, Julia Floren, Thomas Liug, sitzend: Thomas Lenz, Danilo Vargas, Juan Delgado (von links).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Danilo Vargas (24) und Juan Delgado (25) fühlen sich wohl. Das merkt man den beiden Kolumbianern, die sich derzeit in Hagen weiterbilden, an.

Hagen. . Danilo Vargas (24) und Juan Delgado (25) fühlen sich wohl. Das merkt man den beiden Kolumbianern an. Offen und herzlich sind sie in Hagen aufgenommen worden. „Wenn wir mal eine Frage haben, wird sie sofort beantwortet“, sagt Delgado. Die beiden Jugendlichen aus Bogata sind allerdings nicht aus Urlaubs- oder Erholungsgründen in die Volmestadt geflogen. Nein, sie wollen sich weiterbilden. Im Bereich der Mechatronik, ihrem Berufswunsch. In die Karrierewerkstatt der Deutschen Edestahlwerke durften sie bereits reinschnuppern, zurzeit machen die beiden Südamerikaner ein Studiumspraktikum bei Dorma in Ennepetal. Und zwei bis drei Mal in der Woche besuchen sie die Technikerklassen der Mechatronik und des Maschinenbaus am Cuno-Berufskolleg.

Dreimonatiger Aufenthalt

Über die Schule sind die beiden auch nach Hagen gekommen. Seit Oktober 2001 besteht eine Kooperation zwischen dem Cuno und einer kolumbianischen Techniker-Berufsschule in Bogata, die auch Vargas und Delgado besuchen. Der Kontakt zwischen den beiden Institituten entstand vor rund 14 Jahren. „Mein Cousin war damals Lehrer an einer Schule in Bogata“, erzählt Rainer Schiffers, Studiendirektor am Hagener Berufskolleg. „Ziel der Zusammenarbeit mit der Technikerschule war und ist, den technologischen, pädagogischen und didaktischen Austausch zu fördern.“ Vor allem die Schulkollegen aus Kolumbien profitieren von der Zusammenarbeit. Vor rund 15 Jahren besuchten nur rund 2000 Schüler die kolumbianische Techniker-Schule, mittlerweile sind es über 4000. Inklusive der beiden derzeitigen Besucher kamen zwölf von ihnen bereits nach Hagen.

„Die Bereitschaft, nach Deutschland zu kommen, ist sehr hoch“, sagt Schiffers, „deutsche Technologien haben in Kolumbien einen sehr hohen Stellenwert.“ Auch deshalb sind Vargas und Delgado für den gut dreimonatigen Aufenthalt in Hagen sehr dankbar. Von dem fernen Besuch profitierten aber auch deutsche Azubis, die zum Beispiel bei den Deutschen Edelstahlwerken ausgebildet werden. Dort, wo die beiden Kolumbianer über einen Monat mitgewirkt haben. „Wir haben zurzeit 127 Azubis von 27 Unternehmen hier“, sagt Christian Clever, Ausbildungsleiter bei DEW, „unsere Leute lernen dadurch auch mal andere Studenten und andere Kulturen kennen.“

Ähnlich angetan sind Julia Floren (Personalabteilung) und Thomas Lenz (Leiter Steuerungstechnik) von der Firma Dorma. In Ennepetal hospitieren die beiden Jungs bis zu ihrer Rückkehr nach Kolumbien Ende Juni.

Deutsche Technologien nicht fremd

„Wir wollen ihnen einen Gesamteindruck geben“, sagt Floren, und Lenz ergänzt: „Danilo und Juan sind unsere Technologien nicht fremd. Sie haben die ein oder andere Software schon vorher mal gesehen.“ Bis Ende Juni werden die beiden sicherlich noch weitere Einblicke in die deutschen Technologien erhaschen können. Und von vielen neuen Eindrücken ihren Freunden in der Heimat berichten.