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Demographie

Kluft zwischen Jung und Alt soll schrumpfen

28.10.2012 | 17:58 Uhr
Kluft zwischen Jung und Alt soll schrumpfen
85 Teilnehmer diskutierten in der Hagener Stadthalle zum Thema demografischer Wandel.Foto: Martin Prehl

Hagen. Hand aufs Herz. Und an die Seite mit dem negativen Zahlenwerk. Wie gerne leben Sie in ihrer Stadt? In einer Stadt, die finanziell kaum atmen kann und die in den nächsten 18 Jahren weitere 15 Prozent (!) ihrer Bürger verlieren wird? Das Gros der Antworten auf diese Frage beim Bürgerdialog in der Hagener Stadthalle darf als „erstaunlich“ bezeichnet werden. Denn: Viele Hagener Bürger wollen sich keinen anderen Lebensmittelpunkt vorstellen und sind bereit, der mit 1,2 Mrd. Euro (gesamt)verschuldeten Stadt in Sachen Demografischer Wandel mit viel Eigenleistung unter die Arme zu greifen.

Das ist das Ergebnis des Bürgerdialogs in der Hagener Stadthalle. 85 Bürger diskutierten an zehn Tischen über demografische Bausteine und gingen anschließend in die Diskussion mit Experten aus Gesundheit und Wirtschaft. Die Tische, sie waren das bunte Abbild einer Stadt, in der Jung und Alt nach eigenem Befinden in weiten Teilen aneinander vorbeileben.

Die Bürgerkonferenz zum Bürgerdialog Demografischer Wandel in Hagen war die dritte von sechs Veranstaltungen dieser Art bundesweit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte den Standort Hagen nicht wegen seiner tollen Erreichbarkeit ausgewählt. Das demografische Zahlenmaterial in der Volmestadt ist besonders erdrückend: Bis 2030 wird Hagen 27 500 Bürger verlieren und nur noch 160 000 Einwohner zählen. Damit ist Hagen die am zweitstärksten schrumpfende Stadt NRWs. Nur 1431 Babys wurden 2011 hier geboren. Trauriger Negativrekord.

Die Bürger diskutierten fleißig in der Stadthalle. Die Ergebnisse werden nicht nur dem zuständigen Bundesministerium übergeben, sondern sollen von dort aus auch in die Fachöffentlichkeit multipliziert werden.

Konstruktive Hinweise werden dabei sein. Zum Beispiel die Einrichtung eines „Alt-trifft-Jung-Forums“ als zentrale Anlaufstelle und Tauschbörse für nachbarschaftliche Dienste. „Tausche Tapezieren gegen Babysitten“ zum Beispiel.

Oder: Ältere Arbeitnehmer, so glauben die Hagener Teilnehmer des Dialogs, sollen länger in die Vermittlung von Fachkenntnissen eingebunden werden. Durch einen gleitenden Übergang in den Ruhestand könnten sie länger ihre Kompetenzen einbringen.

Regina Korn, stv. Leiterin des Ressorts Wohnen im Fachbereich Bauverwaltung der Stadt Hagen, musste bei einem Vorschlag schmunzeln. Eine Aktionsgruppe aus Jung und Alt könne doch das Kulturprojekt „Ebene 2“ an der Altenhagener Brücke wieder überstreichen. Regina Korn: „Das vielleicht nicht gerade. Aber ich werden viele der Ideen mit ins Rathaus nehmen und über Konzepte nachdenken.“

Mike Fiebig

Kommentare
28.10.2012
20:45
Kluft zwischen Jung und Alt soll schrumpfen
von hagenersozius | #1

Das gibt es schon längst im Mehrgenerationen-Haus an der Potthofstraße, also direkt gegenüber dem Rathaus. Das müsste sich auch schon rumgesprochen...
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2012-10-28 17:58
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