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Klima-Chaos verhagelt die Bade-Bilanz

04.09.2007 | 09:01 Uhr

Hagen. (ko) Der letzte Winter war keiner, der aktuelle Sommer auch weit von den Erwartungen entfernt. Insofern sind die Klagen des HVG- und Hagenbad-Chefs Ivo Grünhagen verständlich: "Für unsere Kasse waren beide Jahreszeiten ein Desaster".

In der vorjährigen Badesaison suchten 218 000 Menschen Erfrischung in den Hagener Freibädern. Womit nach zwei durchwachsenen Jahren mit 170 000 bzw. 187 000 Besuchern 2006 wieder mehr als 200 000 Badegäste gezählt wurden. Die waren zuletzt im Supersommer 2003 in Hagens Bädern gesehen worden: sogar 295 000. Über die aktuelle Saison indes mag Ivo Grünhagen eher ungern reden: Gerademal 92 000 Besucher haben ein Ticket gelöst. "Und daran wird auch das Hestertbad wenig ändern, das wir mit Rücksicht auf die Vereine noch bis Oktober offen halten wollen", gibt sich der Hagenbad-Geschäftsführer sehr realistisch.

Die traurigen Zahlen der Sommersaion knüpfen nahtlos an die bescheidenen der finalen Eisgartensaison am Ischeland an. Statt der üblichen gut 20 000 Kufenfreunde drehten bei eher frühlingshaften Temperaturen kaum die Hälfte Kringel auf dem Eis. Womit wieder ein sechsstelliger Zuschussbedarf fällig wurde. Mittel, die Hagenbad nicht mehr aufwenden kann und die deshalb das Aus für den Eisgarten am Ischeland bedeuten, nachdem sich kein neuer Betreiber gefunden hat. "Aber persönlich bedauere ich die Schließung des Eisgartens schon", räumt Ivo Grünhagen ein. "Es war ein attraktives Angebot".

Möglicherweise aber gibt's doch noch einen kleinen Hoffnungsschimmer für Eisfreunde: Der Aufsichtsrat der HVG hat die Geschäftsführung beauftragt, alle Möglichkeiten für den Betrieb einer Eisbahn zu prüfen. Als Ansprechpartner für Hagenbad als bisheriger Eisgartenbetreiber werden in dem Zusammenhang Hagens Schausteller genannt.

Zugestimmt hat der Aufsichtsrat zudem einer Veräußerung eines großen Teils der Fondseinlagen, die seinerzeit aus dem Stadtwerkeverkauf an Elektromark gebildet wurden zur Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs. Die damals erhofften Zinserträge haben sich nie eingestellt, und nachdem die Stadt jetzt eine sichere Finanzierung der HVG in Höhe von 20 Millionen Euro jährlich zugesagt hat, sollen jetzt 98 Millionen Euro aus dem insgesamt 200-Millionen-Euro Vermögen veräußert werden, damit kurzfristige Verbindlichkeiten abgelöst werden können.

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