Klatte zum Kleiderklau: „Bedürftigkeit kann kaum der Grund sein“

Ein besonderer Schnappschuss: Hier „verklappt“ eine Frau ein Kind gezielt in einen Altkleider-Container.
Ein besonderer Schnappschuss: Hier „verklappt“ eine Frau ein Kind gezielt in einen Altkleider-Container.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ingrid Klatte, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale, wirbt dafür, dass Bürger auch weiterhin ihre Altkleider an Sammelstellen abgeben.

Hagen.. Ingrid Klatte, Umweltberaterin der Verbrauchzentrale im Volkspark, äußert sich zum Kleiderklau durch Kinder aus Altkleidercontainern.

Was sagen Sie zu den Vorfällen?

Ingrid Klatte: Ich war entsetzt, als ich den Artikel gelesen habe. Bedürftigkeit kann wohl kaum der Grund dafür sein, dass Eltern ihre Kinder in den Kleidercontainer klettern lassen.

Sollten die Bürger ihre Altkleider nicht mehr abgeben?

Klatte: Im Gegenteil, das wäre ein Verlust aus sozialer und aus Sicht des Umweltschutzes. Im letzten Jahr habe ich die Hagener gemeinnützigen Sammelstellen für Altkleidung erkundet und auf Anhieb zwölf Stellen gefunden, die gute Kleidung aus zweiter Hand auch wieder an Bedürftige weitergeben, nicht nur sammeln. Es wäre sehr schade, wenn viele Menschen aus Sorge vor Diebstahl ihre abgelegte Kleidung nicht mehr spenden.

Was raten Sie?

Klatte:
Alte Kleidung an den Sammelstellen gemeinnütziger Organisationen abzugeben. In Hagen sammeln in Containern neben dem HEB noch das DRK und die Freie evangelische Gemeinde. Letztere sogar in einem offenen Korb auf dem Gelände des Gemeindehauses. Eine Liste empfehlenswerter Annahmestellen ist in unserer Beratungsstelle im Volkspark erhältlich.