Kerefidis schießt die Zehner auf zweiten Platz

Fußball, Landesliga: FSV Werdohl - SV Hohenlimburg 1910
Fußball, Landesliga: FSV Werdohl - SV Hohenlimburg 1910
Foto: WP

Hohenlimburg..  Was gibt das für ein furioses Finale in der Fußball-Landesliga? So einer extremen Nervenbelastung waren am Wochenende die Fans der abstiegsbedrohten Bundesliga-Clubs ausgesetzt. Jetzt ist das Rennen um Platz zwei in der Landesliga, welcher nach derzeitigem Stand direkt zum Westfalenliga-Aufstieg berechtigt, wieder völlig offen.

Die Zehner machten ihre Hausaufgaben beim FSV Werdohl und siegten klar mit 4:1 (2:0). Unmittelbar nach dem Abpfiff fischten die Auswechselspieler ihre Handys aus den Taschen, um zu sehen, was die Konkurrent gemacht hat. Und die hat gepatzt! Schon fast sensationell unterlagen der SSV Meschede zu Hause gegen SV Hüsten mit 1:4 und die SG Finnentrop/Bamenohl beim FC Lennestadt mit 1:3. Da Borussia Dröschede spielfrei hatte, liegt der SV Hohenlimburg 1910 jetzt auf dem zweiten Platz.

„Unser Sieg heute war nach dem Spielverlauf hochverdient“, so SV 1910-Cheftrainer Roman Reichel nach dem Abpfiff. Jedoch haderte er mit der Chancenverwertung, denn die Gäste hätte am alt ehrwürdigen Risei schon vor der Pause alles klar machen müssen.

Die „Hand Gottes“

Denn nach dem Anschlusstreffer mit der berühmten „Hand Gottes“ witterten die Werdohler noch einmal Morgenluft. „Aber diese Druckphase haben wir überstanden, weil wir gut verteidigt haben“, sagt Roman Reichel. „Unsere Tore waren sehr schön herausgespielt.“

In Minute elf hatten die Gäste Dusel, als Phillip Winkler für seinen geschlagenen Torwart Nils Langwald einen Schuss von Fisnik Zejnullahu von der Linie köpfte. Danach spielten nur noch die Gäste, die Führung war nur noch eine Frage der Zeit. Nach einer guten halben Stunde erreichte eine Sahneflanke von Pascal Kowalczyk aus schwerem Winkel den in der Mitte heraneilenden David Kerefidis, der direkt zum 1:0 einnetzte. Das 2:0 von Kerefidis (36.) war fast eine Kopie, nur dass Kai Forin und Mercan Türkyilmaz die Scorerpunkte sammelten. Amin Ahakham und Eduardo Ribeiro hatten noch weitere gute Gelegenheiten auf dem Schlappen. Kurz vor der Pause musste Phillip Winkler verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Seine Verletzung stellte sich als Handgelenkbruch heraus, der gestern noch operiert wurde. Bitter für ihn und für die Zehner, weil er im Saisonfinale fehlen wird.

So rückte Saffet Davulcu in die Viererkette, der seine Sache auf ungewohnter Position aber hervorragend machte. Dennoch kam beim SV 1910 nach den Umstellungen zunächst ein kleiner Bruch ins Spiel. Allerdings brachte der FSV, der personell aus dem letzten Loch pfiff, nicht viel zustande.

Nach einem Eckball faustete Gian-Marco De Luca die Kugel vor dem Gesicht von Nils Langwald in die Maschen (66.) Der bis dato gute Schiedsrichter Raphael Blome (Meschede) gab diesen Treffer. Die Zehner protestierten nur kurz, ließen sich nicht durch diesen Riesen-Fauxpas des Schiedsrichtergespanns aus der Ruhe bringen.

Kerefidis überragend

Die Entscheidung fiel in Minute 73, als der überragende Kapitän David Kerefidis mit einem Heber aus 20 Metern Torentfernung zum 3:1 traf – erst knallte die Kugel an den Innenpfosten, dann ins Netz. Nur drei Minuten später krönte Pascal Kowalczyk seine gute Leistung mit einem Treffer zum 4:1-Endstand.

SV 1910:Langwald, Nezir, Forin, Kerefidis (76. Amaral), Davulcu, Winkler (41. Scichilone), Türkyilmaz, Kowalczyk, Tech, Ribeiro, Ahakham (79. Ademi). Schiedsrichter: Raphael Blome (Meschede). Tore: 0:1 David Kerefidis (32.), 0:2 David Kerefidis (36.), 1:2 Gian-Marco De Luca (66.), 1:3 David Kerefidis (73.), 1:4 Pascal Kowalczyk (76.).Gelbe Karten: FSV (2), SV 1910 (1). Zuschauer: 120.