Keine Karten auf Bestellung

Gabriele Haasler konnte keine Karten für die Hundertwasser-Schau vorbestellen.
Gabriele Haasler konnte keine Karten für die Hundertwasser-Schau vorbestellen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für Gäste aus dem Münsterland wollte Gabriele Haasler Eintrittskarten für die Hundertwasser-Ausstellung vorbestellen. Doch dieser Service ist im Kunstquartier unbekannt.

Hagen.. Die Hundertwasser-Ausstellung im Hagener Kunstquartier ist vielen Menschen in guter Erinnerung. Die Rekordzahl von 65 187 Besuchern pilgerte ins Osthaus-Museum, um die Lebenslinien des österreichischen Künstlers nachzuverfolgen. Auch Gabriele Haasler, Inhaberin des Reformhauses in Wehringhausen, wollte die Kunstschau mit Freunden besuchen. Um ihren aus dem nördlichen Münsterland anreisenden Gästen jedoch lange Wartezeiten am Eingang zu ersparen, gedachte sie die Tickets im Vorverkauf zu erwerben. Doch als sie an der Museumskasse vorstellig wurde, fiel sie aus allen Wolken: „Ich bekam die Auskunft, es würden nur Karten für den aktuellen Besuchstag verkauft. Vorbestellungen seien nicht möglich.“

Wie bitte? Man kann im Hagener Kunstquartier (bestehend aus Osthaus- und Schumacher-Museum), das erst vor sechs Jahren mit großem Pomp und in Anwesenheit des damaligen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers als eines der modernsten Museen Deutschlands eröffnet wurde, nicht einmal Karten vorbestellen? „Das stimmt“, muss Tayfun Belgin, Leiter des zuständigen Fachbereichs im Rathaus und wichtigster Hagener Kulturmanager, Zähne knirschend bestätigen: „Unser System lässt keine Vorbestellungen zu.“ Eintrittskarten könne man lediglich an dem Tag erwerben, an dem man das Museum besuchen möchte.

An der Kasse anstellen

Da verwundert es nicht, dass Eintrittskarten nicht einmal über das Internet gekauft werden können – was allerdings, da Vorbestellungen ohnehin nicht möglich sind, auch wenig Sinn machen würde. Wer die Werke von Emil Schumacher, Christian Rohlfs und anderen Hagener Kunstgrößen bewundern will, der muss den Eintrittspreis vor Ort an der Kasse entrichten und das Museum sogleich besuchen – am Folgetag ist das Ticket nicht mehr gültig. „Das ist doch anachronistisch“, findet Gabriele Haasler: „An jedem Kino, im Theater und so weiter kann man Eintrittskarten im Vorverkauf erwerben – nur nicht im Hagener Kunstquartier.“

Belgin dagegen verweist darauf, dass man Bekannten oder Freunden doch mit Museums-Gutscheinen eine Freude mnachen könne: „Die kann man telefonisch bestellen, wir verschicken sie dann per Post.“ Auf der Homepage des Kunstquartiers fehlt allerdings ein entsprechender Hinweis. Und vor eventuellen Wartezeiten bewahren einen die Gutscheine keineswegs, muss man sich doch am Tag des Besuchs an der Kasse anstellen und den Coupon gegen ein Ticket eintauschen.

Spardruck im Museum

Noch in diesem Jahr werde das Kunstquartier ein neues Kassensystem erhalten, so Belgin. Ob damit Vorbestellungen möglich seien, wisse er allerdings nicht. Im übrigen habe sich die ausschließliche Ausgabe von Tagestickets bewährt, selbst während der populären Hundertwasser-Schau habe es angeblich keine Vorverkaufswünsche gegeben. Um Vorbestellungen zu bearbeiten, würde außerdem zusätzliches Personal im Kassenbereich benötigt, so der Kulturmanager: „Ich musste bekanntlich aufgrund des Spardrucks sieben Stellen abbauen. Darüber brauchen wir also gar nicht erst zu diskutieren.“