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Kein Kiosk-Sterben in Hagen

15.10.2012 | 18:55 Uhr
Kein Kiosk-Sterben in Hagen
Der Kiosk von Ismihan und Hassan Cankiran in der Kampstraße ist keine 20 qm groß.Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Kiosk-Besitzer haben’s heute auch in Hagen nicht leicht. Doch einige haben kreative Ideen. Ismihan und Hasan Camkiran gehören dazu. Seit sieben Jahren betreiben sie ihr Büdchen in der Kampstraße.

Rechts und links der weißen Gitterstäbe schreitet die Stadtentwicklung zügig voran. Nur auf diesen wenigen Quadratmetern ticken die Uhren scheinbar deutlich langsamer. Ismihan und Hasan Camkiran wissen diese Entschleunigung zu schätzen. Mehr noch: Sie leben davon.

Auf dem Drehständer vor ihrem Kiosk gibt es den neuesten Roman von „Dr. Norden“ zu kaufen. Bergwelt-Romantik. Daneben hängt ein Kreuzworträtsel-Wälzer. Auf der frischen Ausgabe der „Hürriyet“ darüber prangt ein zorniger Mann. Eine Dame beugt sich in die Büdchen-Öffnung: „Eine Schachtel Marlboro, bitte“.

12 Trinkhallen und 12 Kioske in Hagen angemeldet

„Ja, wir haben einen der engsten Arbeitsplätze der Stadt. Aber auch einen der schönsten“, sagt Ismihan Camkiran. Seit sieben Jahren betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer hilfsbereiten Familie den kleinen, schlauchartigen Kiosk an der Kampstraße, von dem sie „ganz gut leben können.“ Auch wenn viele Passanten das kleine Büdchen oft übersähen - die treue Stammkundschaft erhalte das Geschäft.

Hagen ist immer noch Büdchenland. Kioske. Trinkhallen. Die kleinen Verkaufsstellen haben viele Namen. Auch wenn offiziell bei der Stadt nur 12 Trinkhallen und 12 Kioske angemeldet sind: Die Zahl der Buden, die ähnliche Sortimente anbieten, aber in anderen Branchen gemeldet sind, ist um ein Vielfaches höher. Dazu gehören auch Büdchen mit kleinem Internetcafé wie im Bahnhofsbereich zum Beispiel.

Die meisten Kioske auf Stadtgebiet werden von türkischen Mitbürgern betrieben. „Das kann ich verstehen“, sagt Ismihan Camkiran. Türken seien nicht zwangsläufig die besseren Kaufleute, ihre Ausgangssituation sei dafür eine andere: „Das liegt auch daran, dass die meisten türkischen Männer wenig Unterstützung vom Staat bekommen. So einen Kiosk zu eröffnen und zu führen, kann ein einfacher Start sein.“

Kiosk als ständiger Treffpunkt

Wie so viele andere Trinkhallen, ist auch das Büdchen an der Kampstraße ein ständiger Treffpunkt. Und ein Ort, der nicht nur eine Sprache kennt. „Manche Leute begleiten wir Tag für Tag“, sagt Ismihan, „morgens holen sie ihre Zeitung, in der Mittagspause etwas zu trinken und abends vielleicht ein Bier.“ Das Sortiment enthält keine großen Überraschungen. Tabakwaren, Zeitungen, Alkohol, Süßigkeiten.

Zumindest die Büdchen in der Innenstadt spüren keine Auswirkungen längerer Öffnungszeiten großer Discounter. Anders ist das in den Ortsteilen am Rande der Stadt, wo Lebensmittler und Tankstellen mit großen Sortimenten und späten Schließzeiten an der Existenz vieler Trinkhallen kratzen.

200 Stück solcher Kioske verschwinden im Schnitt jedes Jahr von der Landkarte, im Juni dieses Jahres zählten Marktforscher der Nielsen Company noch 24.730 Buden bundesweit.

Das sind Auswirkungen, von denen die Camkirans nichts spüren. „Wir haben ein paar Mal kurz überlegt, mit unserem Kiosk umzuziehen. Aber wir befinden uns hier in einer 1A-Lage.“ Der Bau der Rathausgalerie spielt dem Büdchen quasi zusätzlich in die Karten. Schon heute nutzen viele City-Bummler zwischen Elberfelder Straße und Friedrich-Ebert-Platz die Gelegenheit, sich ihre Erfrischungen und Snacks am Kiosk zu holen.

Die Camkirans wollen weiter von der Entwicklung in der Innenstadt profitieren. Tradition und Moderne finden an der Kamp­straße 10 eben einen Weg gemeinsam zu funktionieren.

Mike Fiebig



Kommentare
17.10.2012
01:21
Kein Kiosk-Sterben in Hagen
von Heinz-Friedhelm | #2

@ Joe1979

Nö, ich will einfach nur eingehalten bekommen, was mir der Teaser verspricht. Und ein bisschen grundlegende journalistische Qualität, die einfach umzusetzen ist ;) Nix mit Stänkern. Zu viel verlangt?

16.10.2012
01:11
Der kleine Einkauf stirbt nicht aus
von Heinz-Friedhelm | #1

Und wo sind jetzt die Kioske mit "kreativen Ideen", die im Teaser angekündigt wurden?

Schülerzeitungsniveau. Kann man damit echt Geld verdienen?

2 Antworten
Kein Kiosk-Sterben in Hagen
von fuffzigpfennig | #1-1

Gut, dass Sie drauf hingewiesen haben! Als ich mit dem Artikel durch war, kamen mir ganz andere Gedanken, als mich an die angekündigte Kreativität zu erinnern! ;-)

Kein Kiosk-Sterben in Hagen
von Joe1979 | #1-2

Warum lesen Sie hier überhaupt noch? Ihr Kommentar läßt vermuten, dass Sie einfach ein wenig stänkern möchten.

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